9 Vorurteile über Social Media für kleine Unternehmen – und warum sie grober Unfug sind

Dass eine Webseite und im Idealfall auch Social Media für kleine und mittelständische Unternehmen zum Pflichtprogramm gehören, haben wir ja bereits erwähnt. Die Zurückhaltung ist allerdings groß: Bei dem Thema stößt man auch im Jahr 2014 noch auf eine ganze Reihe von Befürchtungen. In der Vorstellung vieler Geschäftsführer ist Facebook das Land der Stichler und Henker, wo sich ausschließlich Katzenbabys und Trolle herumtreiben, um unschuldigen Unternehmern den Garaus zu machen.

Kommt euch unrealistisch vor? Stimmt. Es gibt aber noch einige weitere Vorurteile über Social Media für kleine Unternehmen, die wir für groben Unfug halten. Zum Beispiel diese…

1. Das lohnt sich nur für große Unternehmen.

Wollt ihr ein besseres Image? Größere Bekanntheit? Kunden kennenlernen? Mit Kunden kommunizieren? Informationen verbreiten? Dann lohnt sich das auch für euch. Wahrscheinlich werdet ihr etwas weniger Geld investieren als ein Unternehmen, das auf dem internationalen Parkett zuhause ist. Social Media als ein Mittel von mehreren in eure Kommunikationsstrategie zu integrieren, ist aber dennoch profitabel.

2. Aber im Internet sind doch ständig diese Shitstorms.

Wer sich nicht daneben benimmt, hat auch nichts zu befürchten. Dass sich das gesamte Internet mit gebleckten Zähnen auf ein kleines Unternehmen mit 100 Facebook-Fans stürzt, ist sowieso ziemlich unwahrscheinlich. Und falls doch mal negative Kritik kommt: Geht konstruktiv damit um, antwortet höflich, und reflektiert, ob nicht gar ein Fünkchen Wahrheit dran ist.

3. Die Konkurrenz macht das auch nicht.

Die Konkurrenz bedient aber auch seit fünf Jahren die gleiche Handvoll Stammkunden und sitzt seitdem mit den gleichen drei Mitarbeitern im gleichen Büro um die Ecke. Wollt ihr in fünf Jahren noch dort sein, wo ihr heute seid, oder könnt ihr es euch auch eine Spur größer vorstellen?

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4. Die Konkurrenz macht das aber schon.

Umso wichtiger ist es für euch, auch endlich eine virtuelle Visitenkarte zu haben. Sonst landen eure Kunden weiterhin bei der Konkurrenz, wenn sie „Eure Dienstleistung + eure Stadt“ bei Google eingeben.

5. Bisher läuft unser Geschäft auch ohne ganz gut.

Ihr wollt doch sicherlich, dass es noch lange ganz gut läuft (oder sogar besser als „ganz gut“). Oder plant ihr eure sonstigen Geschäftsstrategien auch nur zwei Wochen im Voraus? Auf lange Sicht sind die digitalen Medien nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Weder für euch, noch für eure Kunden.

6. Wir haben keinen Mitarbeiter übrig, den wir vor dem Computer parken können.

Braucht ihr auch gar nicht. Ihr brauch noch nicht einmal einen unbezahlten Praktikanten mit Hornbrille. Morgens einmal in die Mails und einmal in Facebook zu schauen, reicht schon aus – und das tut ihr doch wahrscheinlich sowieso schon. (Und wenn nicht: Ruft uns an. Wir helfen gerne.)

7. Die Jungspünde, die Facebook mit Fotos von ihrem Mittagessen und ihren neuen Schnürsenkeln überschwemmen, sind aber doch gar nicht unsere Zielgruppe.

Erstens sind diese Mittagstischknipser vielleicht eure potenzielle Zielgruppe von morgen. Und zweitens: Eine unserer Mitarbeiterinnen ist auf Facebook mit ihrer Großmutter befreundet. Ihr würdet euch wundern, wer noch alles auf Facebook unterwegs ist. (Um euch einen Vorstellung zu vermitteln: Dem Facebook Demographics Report von 2014 zufolge machen in den USA 35- bis 54jährige den größten Anteil der Facebook-Nutzer aus.)

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8. Und wenn uns die Ideen ausgehen?

Wenn ihr euch für euer Thema begeistert, werden euch die Ideen garantiert nicht ausgehen. Ist zu eurem Produkt alles gesagt, erzählt doch eine Anekdote aus eurem Unternehmensalltag. Stellt eure Mitarbeiter vor. Verlinkt einen guten Blog, der thematisch passt. Rollt das beliebte Thema von vor fünf Wochen noch einmal auf. Fragt eure Kunden, was sie wissen wollen. Und vor allem: Schreibt alle eure Ideen in einen Redaktionsplan und legt einige Wochen im Voraus fest, was in der nächsten Zeit auf eurem Blog oder eurem Facebook-Profil passiert. Dann habt ihr Planungsspielraum, Sicherheitspuffer, mehr Zeit im Alltagsgeschäft und immer die Übersicht – gute Organisation zahlt sich eben aus.

9. Aber wenn wir dann in zwei Wochen 138% mehr Kunden haben, können wir die Nachfrage ja gar nicht mehr bedienen.

Jetzt müssen wir euch leider doch ausbremsen: Eine Social Media Strategie ist immer langfristig angelegt. Und über Sinn und Zweck von Social Media sollte man sich auch im Klaren sein, damit keine Erwartungen enttäuscht werden: Direkte Verkäufe über Facebook? Rasanter Anstieg des Umsatzes binnen kürzester Zeit? Wahrscheinlich eher nicht. Höhere Bekanntheit? Besseres Image? Treue Stammkunden? Das auf jeden Fall.

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Über den Autor

Lea Gallon
Leitung Digitales Marketing und Kommunikation - Ideen und Texte mit Sinn und Verstand, ohne Rechtschreibfehler.

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