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Acht Wochen später – ein Résumé meines Praktikums

In Ausbildung & Praktikumvon PraktikantenSchreiben Sie einen Kommentar

Die erste Aufgabe meines Praktikums war es, mein Intro zu schreiben. Das war einfach: Ich konnte ein wenig von mir preisgeben, ein bisschen über meine Wünsche und Ziele sprechen und ein paar Vermutungen äußern, was mich wohl erwarten könnte in der nächsten Zeit.
Jetzt ist mein Outro an der Reihe und ich verzweifle ein wenig. Denn da sind so viele Gedankenschnipsel und Sprachfetzen. Und vor allem eine Kernfrage schwirrt in meinem Kopf herum: “Wie konnte die Zeit so schnell vergehen?”

Der erste Akt – Eintauchen in die Welt der Digitalagentur

Um Viertel vor zehn stand ich mit einem frisch gebackenen Apfelkuchen nach Familienrezept auf der Matte von elsch&fink – zwar nervös, aber in voller Bereitschaft, die tiefsten Ecken der Digital-Galaxie zu erkunden.
Aufgrund einer Verkettung unglücklicher Ereignisse, schrieb ich meinen ersten Text handschriftlich – der Computer und ich mussten uns zunächst noch aus der Entfernung beschnuppern. Nachdem wir den PC unter Strom setzten und das Konto eingerichtet hatten, verlief es dann reibungslos: Ich konnte meine Blogartikel abtippen und veröffentlichen, Keywordanalysen durchführen, erste Meetings hinter mich bringen sowie in den verschiedenen Social-Media-Kanälen mit den Posts hantieren.

Von Anfang an fühlte ich mich hier in der Von-Vincke-Straße pudelwohl. Ich wurde in das alltägliche Geschehen des Agenturlebens integriert und statt Geheimniskrämerei erwarteten mich Transparenz und Einblicke in jegliche Bereiche.

Der zweite Akt – eine Hommage an das Schreiben

Texte schreiben, Texte korrigieren, Texte lesen und dann wieder von vorne – ein Traum für jedermann, der gerne mit Wörtern hantiert und schriftlich seiner Kreativität freien Lauf lässt. Natürlich standen auch andere Tätigkeiten auf meiner To-Do-Liste, aber hauptsächlich habe ich mich euphorisch den Wörtern verschrieben und bin sprachlich aufgegangen.

Fachlich wurde ich vor einigen Herausforderungen gestellt – denn als absoluter Neuling auf dem Agentur-Gebiet war ich froh, dass mir zumindest Content–Marketing und WordPress etwas sagten. Dass es so etwas wie Suchmaschinenoptimierung oder Suchmaschinenmarketing gibt, habe ich vielleicht auch noch so nebenbei mitbekommen. Aber was bitte soll ein Wireframe sein und worum geht es genau bei einem guten User Experience Design?

Die sprachliche Tonleiter bei elsch&fink

Einfach drauf los zu schreiben wird schwierig. Immer schwebt die Frage mit im Raum: Für wen schreibe ich gerade, wen möchte ich wie erreichen?
Die Tonalität bei elsch&fink gefiel mir schon von Anfang an: Fachlich kompetent und seriös, dazu eine Portion Hirnschmalz und dennoch auf eine so locker-leichte Art, so dass der Leser gar nicht anders kann, als sich weiter durch die Vielfalt der Texte zu wühlen.

Mein Problem war eher ein anderes: Obwohl ich gerade mal ein Jahr an der Uni bin, hat mich der Uni-Virus schon stark infiziert. Ich leide unter der großen Schwäche für lange Schachtelsätze, Nominalstil und möglichst komplexe Formulierungen. Die antrainierten Schreibweisen bei meinen ersten Wortverwurstelungen abzulegen, ist mir schwer gefallen – denn Marotten setzen sich bekannterweise automatisch durch.

Aber auch meine Flüchtigkeitsfehler sind mir manchmal zum Verhängnis geworden und nicht selten hat sich mein Gehirn mit Ideen überschlagen. Es wurden Satzteile gelöscht und eilig neue Wortelemente und Satzkonstellationen eingefügt. Kommentare wie: “Bitte nochmal lesen” oder “Irgendwas passt hier nicht” musste ich mir einige Male anhören.
Als Heilmittel gegen Gedanken, die schneller fließen als die Finger tippen können, empfehle ich Ihnen, sich Ihre eigenen Texte immer schön mehrfach durchzulesen und das Geschriebene zu korrigieren. Oder, Sie nehmen sich fleißige Unterstützer an die Hand, die Ihnen bei der Suche nach Fehlern und Optimierungen behilflich sein können.

Der dritte Akt – wer ist das Huhn und wer ist das Ei?

Dass bei elsch&fink alle zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen, wird besonders deutlich. Die Projektabläufe gehen Hand in Hand, anders ist es auch gar nicht möglich. Es gab Tage, da harmonierten die glatt gefeilten Texte nicht mit dem vorher geplanten Design. Beispielsweise waren die Textblöcke zu klein und das gesamte Format durfte überdacht werden. An anderen Stellen ging es ohne das vorher angefertigte Design nicht weiter, denn nicht nur das Design ist vom Text abhängig, sondern auch der Text vom Design.

Die Frage, wer zuerst da war, das Ei oder das Huhn, wird bei elsch&fink immer individuell geklärt – auch frei von Evolutionskenntnissen.

Kunst-, Biologie- oder Informatikunterricht?

Storytelling ist wichtig – das habe ich unter anderem gelernt. Somit habe ich auch eine Story für Sie: An einem heißen Spätsommertag packte Michael das Whiteboard aus und legte los. Die Instagram-Community wurde nach der Lehrstunde von uns befragt, was wohl in den Büroräumen unterrichtet wurde. Denn die langen, bunten Striche auf der Tafel erinnerten stark an den Aufbau einer DNA, die drapierten Kästchen eher an eine wilde Kunststunde. Letztendlich ging es um IT: Geklärt wurde, was passiert, wenn eine Webseite auf einen neuen Server zieht.

Michael war begeistert und wir mussten unsere rauchenden Köpfe mit Meloneneis kühlen – zu Ehren des Dirty-Dancing-Tages. Wir haben gefragt und Vergleiche aufgestellt, um den Prozess greifbarer zu machen: Paketboten und Miethäuser spielten dabei entscheidende Rollen. Nach dem Vortrag wiederum herrschte tosende Stille und die Hitze drückte auf unsere Köpfe. Hängen geblieben ist mir einiges, anderes wurde in ein verlegenes Vergessen umgewandelt – doch zumindest kann ich jetzt mit Begriffen wie Webspace, Domain oder IP-Adresse umgehen.

Der vierte Akt – Werbeanzeigen und andere Spezialitäten

Nicht nur in die technischen, sprachlastigen und grafischen Ecken durfte ich meinen Kopf stecken, sondern auch in die Welt des Monitorings.

In der heutigen Zeit könnte ich keinen Ort nennen, an dem es keinerlei Werbung gibt. Selbst bei Google gibt es kein Entkommen – und gerade hier sind Werbeanzeigen unentbehrlich. Jeder muss auffallen und mit der eigenen Webseite vorne ranken.

Die Digitalagentur ist hier genau in ihrem Element. Ich konnte die Facebook-Ads genauer unter die Lupe nehmen, über Begriffe wie Native Ads und Werbeanzeigenmanager stolpern und beim Kampf mit dem Newsletter-Programm tatkräftig zuschauen.

Ich kann Ihnen verraten: Am Ende entsteht ein großer Wust an Informationen. Man könnte diesen ignorieren und hoffen, dass die Daten keinen Schaden anrichten. Zielführender und effektiver ist es, mit den Informationen zu arbeiten: Sie sollten diese auswerten und interpretieren. Google Analytics und Google Search Console waren zwei prägnante Schlagworte, die mir besonders hängen geblieben sind. Mir ist bewusst geworden, wie durchschaubar wir uns im Internet machen und wie leichtfüßig wir unsere digitalen Spuren ziehen.

Kleiner Spoiler-Alert: Nachdem ich weiß, was Google wiederum über mich weiß, habe ich mein Verhalten zwar überdacht, aber nur geringfügig geändert. Schließlich scheint es schier unmöglich, die Suchfunktion aus meinem Leben zu bannen und dort nicht nach süßen Alpaka-Bildern zu suchen. Auch wenn der Suchmaschinen-Gigant mir nun fast täglich Informationen über Alpaka-Farmen in der Nähe oder Alpaka-Trekking ausspuckt, finde ich diese Infos nicht schlimm. Ganz im Gegenteil – wenn ich ehrlich bin, entpuppen sie sich an einigen Stellen sogar als äußerst nützlich und ansprechend.

Der fünfte Akt – das tragische Ende bleibt aus

Acht Wochen, vier Kuchen, mehrere Liter Tee und viele schöne Momente später ist mein Praktikum bei elsch&fink vorbei. Innerhalb dieser Zeit habe ich meinen Geburtstag gefeiert, mein altes Fahrrad ausrangiert und draußen hat sich der Sommer verabschiedet. Aber vor allem habe ich viel gelernt. Die vier wichtigsten Lernerfahrungen habe ich Ihnen einmal zusammengefasst:

  • Ich schreibe gerne und möchte mehr schreiben.
  • Monitoring ist viel spannender als gedacht.
  • Auch wenn mir die Social-Media-Welt manchmal suspekt ist, finde ich sie höchst faszinierend und möchte gerne mitmischen.
  • Grafik-Design ist vielschichtig und komplex, es macht aber unfassbar viel Freude, mit Farben zu spielen, sich in die Nutzer hineinzudenken und alle Möglichen Denk- und Handlungsrichtungen auszuprobieren, nur um auf Nummer Sicher zu gehen.

Ich kann also nur Danke sagen: Danke für die Chance, einmal Agenturluft zu schnuppern. Danke für die vielen Erklärungen und die tollen Aufgaben.
Danke, dass ich für eine kurze Zeit zumindest das Gefühl hatte, ein kleiner Bestandteil von elsch&fink gewesen zu sein.

Und glauben Sie mir, ich werde es auch vermissen, jeden Morgen und jeden Nachmittag die vielen Stufen in den fünften Stock hoch beziehungsweise runter zu laufen.

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