Bildrecht – ein Begriff, viele Gesichter

Womöglich kann der ein oder andere das Thema Bildrecht schon gar nicht mehr hören. Staubtrocken, langweilig, totgeredet.

Wir wollen auch gar nicht den juristischen Zeigefinger erheben, aber die Materie scheint nach wie vor von großer Relevanz zu sein, denn die Abmahnungen in Bezug auf Bildrechtsverletzungen reißen nicht ab. Das Thema wurde wohl doch noch nicht totgeredet, es wird schlichtweg ignoriert.

Damit ihr nicht eines Tages zu den schockierten Angeklagten gehört, die wegen falscher Bildverwendung horrende Summen blechen müssen, versuchen wir euch anschaulich, anhand diverser Bildnutzungstypen, in die Thematik der Bildrechte einzuführen.

Typ 1: Der Bildpirat

Er surft durch das Internet, angelt und verwendet Bilder die ihm gefallen. Rücksicht auf Urheber und Copyright kennt er nicht. „Ich nehme mir, was ich brauche. Fällt doch eh niemandem auf“ ist sein Motto. Dass er damit hochgradig Gefahr läuft der Justiz ins Netz zu gehen, ignoriert er oder es ist ihm nicht einmal bewusst.

Fakt Nr. 1: Kopiert niemals (!) einfach Bilder von irgendwelchen Webseiten, um diese auf der eigenen Homepage oder bei Facebook etc. zu veröffentlichen, ohne eine Lizenz für diese Bilder zu besitzen oder ohne die Erlaubnis der Person zu haben, die die Bildrechte hat. Jedes Bild ist urheberrechtlich geschützt und wenn nicht kenntlich gemacht wird, dass das verwendete Bild nicht euer Eigentum ist, dann macht ihr euch schlichtweg strafbar!

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Typ 2: Der Bilddatenbanknutzer

Bilddatenbanken sind eine feine Sache. Gesucht wird beispielsweise eine Fotografie einer Kaffeetasse, einer Katze oder eines Hochhauses. In Datenbanken wird man immer fündig. Man hat eine riesige Auswahl an Fotografien und Bildern und findet zu fast jedem Thema geeignetes Material. Es ist sogar möglich eigenes Material hochzuladen. Viel zu beachten hat der Nutzer hier anscheinend nicht.

Fakt Nr. 2: Das kommt immer auf die jeweilige Bilddatenbank an. Es gibt zwei Arten von Datenbanken. Beispielsweise sind shutterstock.com und fotolia.com kostenpflichtig. Das heißt: Ihr erwerbt dort eine Lizenz, ein pauschales Nutzungsrecht, um die Bilder (auch kommerziell) nutzen zu können. Bei photocase.de kann man die Bilder einzeln kaufen. Ein Bild kostet ca. 10 € und kann nach Bezahlung heruntergeladen werden, wodurch es dann frei nutzbar ist. Nicht vergessen: Bei Veröffentlichung immer die Bildquelle mit angeben!

Bei pixelio.com oder flickr.com sieht die Sache wieder anders aus. Dort könnt ihr nach kostenfreien Bildern Ausschau halten. Beachtet jedoch, dass dies nicht automatisch auf alle Bilder zutrifft. Als einfachen Trick könnt ihr in der entsprechenden Suchoption gezielt nach kostenlosem Material suchen. Aber Achtung! Das heißt natürlich nicht, dass ihr auf die Angabe der Bildquelle verzichten könnt. Diese ist immer Pflicht!

 Typ 3: Der CC-Versteher

CC steht für Creative Commons (übersetzt heißt es so viel wie “schöpferisches Gemeingut“). Dies ist eine gemeinnützige Organisation, die Bildurhebern sechs verschiedene Lizenzverträge anbietet und sie somit rechtlich absichert. Die Intention dahinter ist, dass Fotografien und Bilder möglichst große Verbreitung finden und von vielen Menschen genutzt werden können, ohne dass diese sich einen Kopf um rechtliche Hintergründe machen müssen. Der CC-Versteher weiß um die unterschiedlichen Lizenz-Inhalte und erkennt sofort, welche Bilder er in welcher Form nutzen darf.

Fakt Nr. 3: Sechs verschiedene Lizenzverträge, das klingt sehr verwirrend. Aber Creative Commons hat sich hier etwas Nettes einfallen lassen. Anhand von kleinen Icons und leicht verständlichen Abkürzungen wird erklärt, was mit den Bildern gemacht werden darf und was nicht.

Beispiele:

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By: Name muss genannt werden. ND: Bearbeitung ist verboten (No Derivatives).

Das kleine Icon mit dem Männchen steht für den Urheber des Bildes. Durch das BY signalisiert er, dass er bei Nutzung seines Bildes gerne genannt werden möchte. Das ND-Icon erinnert stark an ein Gleichsetzungszeichen. Lasst euch davon nicht irritieren, es bedeutet schlicht ein Bearbeitungsverbot des Bildmaterials.

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By: Name muss genannt werden. NC: Nicht für kommerzielle Zwecke verwenden (Non-Commercial).

Hingegen ist das NC-Icon auf den ersten Blick verständlich. Ein durchgestrichenes Euro-Symbol signalisiert: Mit diesem Bild darf kein Geld verdient werden! Wenn ihr euch die vollständige Erklärung der diversen Icons anschauen möchtet, könnt ihr das hier tun.

Übrigens existieren auch schon Bilddatenbanken, die komplett auf CC0 setzen, wie beispielsweise stocksnap.io, negativespace.co oder unsplash.com. Schaut am besten einfach mal in die jeweiligen Nutzungsbedingungen. Wichtig ist, dass ihr bei Verwendung und Veröffentlichung der Bilder die CC-Abkürzung mit angebt. So wissen nachfolgende Bildinteressenten sofort, wie sie mit dem Material umgehen dürfen. Ganz schön clever oder?

Typ 4: Der Do it yourself-Liebhaber

Selbst gemacht ist doch immer am schönsten! Das trifft auch auf eigene Fotos zu und diese haben den großen Vorteil, dass man hier keinerlei Rechte verletzen könnte. Schließlich sind die Bilder ja eigenes Eigentum und man besitzt automatisch die Rechte daran…oder etwa nicht?

Fakt Nr. 4: Auch hier wartet wieder ein kleines “Achtung“. Nur weil Fotografien mit eurer Kamera gemacht wurden oder weil ihr auf dem Bild zu sehen seid, heißt das nicht, dass ihr die Bildrechte besitzt. Tatsächlich liegen die Rechte immer bei der Person, die das Foto macht. Es gilt also die Regel: Bevor ihr das nächste Mal euer Profilbild bei Facebook ändert, fragt vorab die Person die euch fotografiert hat um Erlaubnis. Das klingt vielleicht übertrieben, aber sicher ist sicher.

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Wenn ihr Fotografien verwenden wollt, auf denen andere Personen zu sehen sind, dann bittet sie vorher um ihre Einwilligung. Hier gilt nämlich das Recht am eigenen Bild und das Recht selbstbestimmen zu dürfen, was mit Aufnahmen der eigenen Person passieren darf.

Eine Situation die sicherlich jeder von uns kennt: Wir sind im Museum und fotografieren ein Kunstwerk, das uns besonders zusagt. Oder: Wir lassen uns in Disney Land, eng umschlungen mit Mickey Mouse oder Goofy, ablichten. Zu Hause wollen wir das Bild dann beispielsweise in einem Blogartikel verwenden – ist das denn erlaubt?
Klare Antwort: Nicht ohne Erlaubnis. Für den privaten Gebrauch dürft ihr selbstverständlich Kunstwerke und urheberrechtlich geschützte Dinge fotografieren. Geht es aber dann an die Veröffentlichung, so muss in jedem Fall das Einverständnis des Urhebers eingeholt werden.

Das Themenfeld Bildrecht ist schier unendlich und durch die vielen juristischen Floskeln für den Laien nicht unbedingt auf Anhieb verständlich. Wenn ihr aber unsere Tipps beherzigt, werdet ihr zukünftig für den Umgang mit Bildmaterialen gerüstet sein.

 

Bildquellen: stocksnap.io (unter CC0), creativecommons.org (unter CC0)

 

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Über den Autor

Jana Viefhues
Junior Account Managerin - mit Herzblut.

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