Content is king: Gesetz oder Geschwätz?

Content is king: Dieser Spruch gehört wohl zu den abgedroschensten Phrasen des digitalen Zeitalters. Trotzdem sind die Begriffe „Content“ und „Content Marketing“ im Internet zu Schlagworten geworden, bei deren Erwähnung die Community anfängt zu summen wie ein nervöser Bienenschwarm. Inzwischen wird auch offline diskutiert: Seit 2011 treffen sich führende Köpfe aus Marketing, Management und IT jährlich zur Content Strategy Conference, einer Veranstaltung, bei der sich alles ums Thema Content dreht. Im gleichen Jahr räumte Google der Qualität von Inhalten in seinem Algorithmus einen festen Platz ein. Zeit, mal abzuklopfen, was eigentlich dahintersteckt.

Uns stellt sich die Frage:

 

Was soll eigentlich dieser Content, von dem alle reden?

Ganz einfach: Selbst zwei Millionen Facebook-Fans, ein preisgekröntes Design und die teuerste Google AdWords-Kampagne aller Zeiten kann man in die Tonne treten, wenn man den Lesern, sobald man sie erst einmal auf die eigene Seite gelockt hat, nicht auch die richtigen Inhalte bietet. Tatsächlich haben viele erfolgreiche Webseiten und Blogs ohne ein großartiges Design und mit exakt 0 Facebook-Fans angefangen. Die kamen später von alleine, als sich herausstellte, dass der Content dieser kleinen Seiten genau das war, was das Publikum suchte.

Plumpes Marketing, schamlose Selbstbeweihräucherung – das langweilt den Leser schnell. Nicht nur, dass er die Seite dann wieder verlässt (wahrscheinlich auf Nimmerwiedersehen), sondern es ergeben sich auch noch wesentlich weitreichendere Konsequenzen.

 

People Networking Concept.

 

Die Faustregel fürs soziale Netz: Ohne Content Marketing kein Erfolg

Das gilt besonders für Social Media. Seien wir ehrlich: Egal ob es sich um Pop-ups, flimmernde Banner oder gesponserte Anzeigen in der Timeline handelt, Werbung nervt. Wer hat schon einmal „nackte“ Werbeanzeigen über Facebook & Co geteilt? Sicherlich niemand. Rein absatzorientierter Content, der ungeniert die eigenen Produkte und Dienstleistungen an den Mann bringen will, kann die Schwelle ins persönliche Netzwerk der Leser nicht überwinden.

Was dagegen gerne mit Familie und Freunden geteilt wird, sind informative, unterhaltende oder verblüffende Inhalte. Es gilt also, sich bei der Entwicklung von Content breiter aufzustellen und dem Leser einen Mehrwert zu bieten, der über die bloße Produktinformation hinausgeht. Übrigens führt das im Idealfall nicht nur zu viraler Verbreitung in sozialen Netzwerken, sondern auch zu wertvollen Backlinks. Und die sind immer noch ein wichtiger Faktor fürs Google-Ranking. Schließlich verlinken auch andere Webseiten gerne auf informativen Content – Werbung von der Konkurrenz ist für sie dagegen uninteressant.

Ein weiterer entscheidender Vorteil einer solchen Content Marketing Strategy: Das Unternehmen demonstriert seine Expertise auf inhaltlicher Ebene. Statt aufzutreten wie ein aufdringlicher Staubsaugervertreter an der Haustür, positioniert es sich als fachkundiger Berater, dessen Wissen gefragt ist. Das stärkt nicht nur das eigene Image, sondern auch das Vertrauen, das der Leser – und damit der potenzielle Kunde – dem Unternehmen entgegenbringt.

Fassen wir also zusammen: Der Leser interessiert sich nicht für Werbung. Er sucht nützliche Information oder Unterhaltung – kurz: einen Mehrwert. Wer das bietet, der hat gute Chancen, mit seinen Inhalten in soziale Netzwerke vorzustoßen, Backlinks zu sammeln und das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.

 

Doch ist guter Content alles – oder ohne Suchmaschinenoptimierung nichts? Wie hängen eigentlich Content und die mindestens ebenso heiß diskutierte SEO zusammen? Antworten gibt’s im nächsten Teil unserer Content-Serie.

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Über den Autor

Lea Gallon

Leitung Digitales Marketing und Kommunikation – Ideen und Texte mit Sinn und Verstand, ohne Rechtschreibfehler.

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