Content is king. Targeted Content is King Kong!

Ein Mehrwert für die Leser – abgehakt. Suchmaschinenoptimierung – abgehakt. Nun stellt sich aber die Frage: Wie sinnvoll ist es, alle verfügbaren Informationen für Hinz und Kunz in die Welt hinaus zu posaunen und zu hoffen, dass zufällig der Richtige zuhört?

Man denke sich das einmal „offline“: Ein Händler, der sich auf Skischuhe in Sondergrößen spezialisiert hat, stellt sich an einem Samstagnachmittag in der Fußgängerzone einer großen Stadt auf eine Kiste und bewirbt lauthals sein Angebot. Preisfrage: Wie viele Skifahrer mit Schuhgröße 52 befinden sich an diesem Wochenende in der Einkaufsstraße? Wahrscheinlich herzlich wenig – jeder Verkaufserfolg wäre dem Zufall zuzuschreiben. Auch für Webseiten und Blogs gilt: Der Trick ist es, den richtigen Content an den richtigen Mann zu bringen. Targeted Content ist hier das Stichwort.

Es geht dabei vor allem um eins: Wer sind meine Leser, und was wollen sie von mir?

 

Abholen statt überfordern

Auch wenn wir damit keine Neuigkeiten verbreiten, es lohnt sich immer wieder darauf hinzuweisen: Schreibe stets für die Kunden, nicht die Fachwelt. Dass man etwas als Experte höchst interessant findet, heißt noch lange nicht, dass die Leser – und damit die potenziellen Kunden – dieses Interesse teilen.

Aus diesem einfachen Grundsatz leiten sich zwei Anforderungen an guten Content ab:

  • Die Inhalte müssen verständlich sein: Kunden sind oft Laien. Mit Fachjargon und den aktuellsten technischen Neuigkeiten aus der Branche sind sie womöglich überfordert. Das bedeutet nicht, dass jeder Blogpost wie die Sendung mit der Maus daherkommen muss – aber es gilt, den Leser Schritt für Schritt mit dem Sachverhalt vertraut zu machen statt fundiertes Wissen vorauszusetzen.
  • Die Inhalte müssen relevant sein: Guter Content beantwortet die Fragen der Leser. Das können sehr einfache Fragen sein, die einen Fachmann vielleicht langweilen oder an anderer Stelle im Netz schon beantwortet worden sind. Content, der diese Probleme aufgreift, ist deshalb jedoch nicht weniger wert. Kunden stellen sich diese Fragen immer und immer wieder, und finden sie die Antwort ansprechend aufbereitet auf einer Webseite, so überzeugt sie das oft, auch die dort angebotene Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Targeted Content - der richtige Content für die eigene Zielgruppe

Ein Blick hinter die Kulisse: Wie geht Targeted Content?

Es ergibt sich also von ganz allein, dass es für die Entwicklung von gutem Content wichtig ist seine Leser zu kennen: Was interessiert sie? Wonach suchen sie? Fragt sich bloß, wo man solche Informationen über die eigene Zielgruppe herkriegt.

Eine Möglichkeit ist es natürlich, beim eigenen Verkaufsteam nachzuhorchen. Dort befinden sich schließlich diejenigen, die den engsten Kontakt zu bestehenden Kunden haben. Sie wissen am Besten, welche Ansprüche die Kunden haben, welche Fragen sie stellen, welches Vorwissen sie mitbringen. Auf diese Wissenslücken oder Interessen wird der Content zugeschnitten. Das gilt nicht nur für die Auswahl der Themen, sondern auch die Verbreitung: Viele Unternehmen haben mehr als eine Zielgruppe. Diese können etwa über separate Mailinglisten erreicht werden oder indem die Inhalte eines Blogs in adressatengerechte Kategorien aufgetrennt werden, damit die Leser gezielt darauf zugreifen können.

Doch auch die genaue Betrachtung der Leserschaft eines Blogs gibt Aufschluss darüber, in welche Richtung Bewegung angesagt ist. Ein Blick in die Informationen, die Google bereitstellt, hilft oft schon weiter:

  • Woher kommen die Leser? Strömen sie aus einem bestimmten sozialen Netzwerk auf die eigene Seite, kann man dort präsenter auftreten, um sie direkt abzuholen, oder Inhalte so gestalten, dass sie in diesem Netzwerk besser aufgenommen und geteilt werden.
  • Auf welchen Seiten haben sich die Leser besonders lange aufgehalten, von wo sind sie direkt wieder abgesprungen? Das gibt Aufschluss darüber, welche Inhalte ausgebaut werden sollten – und welche ausgebessert.
  • Wo befinden sich die Leser? Insbesondere für Unternehmen, die ihr täglich Brot nicht in der virtuellen Welt verdienen, ist es wichtig, regionale Bezüge zu verstärken.

Bis vor einiger Zeit war auch die Frage wichtig, über welche Suchworte die Leser auf die Seite gelangt waren. Der Grund: Wer Informationen zu den betreffenden Suchbegriffen bereitstellt, sorgt dafür, dass der Besucher auf der Seite verweilt. Vor diese Strategie hat Google inzwischen allerdings einen Riegel geschoben. Seit geraumer Zeit lassen sich in Google Analytics nicht mehr alle Suchworte einsehen, die zur eigenen Seite geführt haben. Das liegt daran, dass Google seit Ende 2013 aus Datenschutzgründen alle Suchanfragen über eine verschlüsselte Verbindung überträgt. Stattdessen taucht in der Auflistung der Suchworte in den allermeisten Fällen der ominöse Vermerk „not provided“ auf. Unter anderem mit AdWords und bezahlten Anzeigen oder den Google Webmastertools lässt sich der Schleier etwas lüften – trotzdem bedeutet diese Entwicklung vor allem eins: Die Macht einer rein keyword-optimierten Strategie wird Schritt für Schritt eingeschränkt, und guter, relevanter Content rückt in den Fokus.

 

Targeted Content - der richtige Content für die eigene Zielgruppe

Kurz und bündig: Was bringt guter Content? 

Virales Potenzial, SEO und Targeted Content– hier noch einmal auf einen Blick, was guter Content bringt:

  • Virale Verbreitung: Reine Werbung überwindet die Schwelle in soziale Netzwerke in der Regel nicht – Information und Unterhaltung dagegen schon. Leser teilen gute Inhalte mit ihrem persönlichen Netzwerk und sorgen so für Aufmerksamkeit von einem neuen Publikum.
  • Prestige: Wer sich als Experte auf seinem Fachgebiet präsentiert, genießt das Vertrauen seiner Kunden.
  • SEO: Google bezieht die Verweildauer und die Absprungrate der Leser bei der Berechnung des Rankings mit ein. Wer seine Leser länger auf der Seite hält, profitiert also.
  • Backlinks: Wird man von anderen Websites verlinkt, verbessert sich das eigene Google-Ranking weiter.
  • Zielgruppe: Mit maßgeschneiderten Informationen lockt man potenzielle Kunden zur angebotenen Dienstleistung oder dem Produkt, das man vertreibt.

Content is king. Die Phrase mag abgedroschen sein – trotzdem ist unser Fazit in diesem Fall: Lang lebe der König!

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Über den Autor

Lea Gallon
Leitung Digitales Marketing und Kommunikation - Ideen und Texte mit Sinn und Verstand, ohne Rechtschreibfehler.

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