Content und SEO – Freunde, Feinde oder Fremde?

Guter Content hat virales Potenzial: Was interessant ist, wird gerne in sozialen Netzwerken geteilt. Die Frage ist jedoch, ob das ausreicht, um den großen Fang zu machen. Was bringen gute Inhalte, wenn sie für die Suchmaschinen unauffindbar in den Schatten des Deep Webs versinken? Eine Vielzahl von Lesern stößt schließlich immer noch über Google & Co auf neue Webseiten. Hieße im Umkehrschluss: Wer vom Algorithmus nicht entdeckt wird, kann gleich einpacken. Deshalb beschäftigt uns die Frage: Wie hängen Content und SEO zusammen?

 

Content und SEO oder Content oder SEO?

Landet die eigene Website in der Google-Trefferliste ganz oben, kommen die Kunden in Scharen geströmt und katapultartige Absatzsteigerung ist garantiert. Das scheint zumindest ein lang verbreiteter Irrglaube gewesen zu sein. Mitunter resultierte das darin, dass Firmen das Internet im Versuch einer SEO-Strategie mit semantischem Unsinn fluteten: Egal ob sich der Text las wie von Babelfish übersetzt, Hauptsache, es kam mit einem Anteil von 5% die Keyphrase „Hotel Mallorca günstig buchen“ drin vor.

Heute ist klar: Google ist nicht der Einzige, der die Website liest. Wenn die Seite auf Platz 1 steht, aber bis zum Rand mit grobem Unfug gefüllt ist, hinterlässt das einen schlechten Eindruck. Der „menschliche Leser“ verarbeitet Informationen anders als Google. Deshalb sollten die Inhalte einer Website für ihn aufbereitet werden: Der Content muss nützlich sein und übersichtlich strukturiert, optisch wie inhaltlich. Außerdem am Besten nicht zu lang und auch für Laien gut verständlich – Content Usability ist hier das Stichwort.

 

Stichwort Content Usability: Wer seine Inhalte für Leser gut strukturiert, der wird mit einem guten Google-Ranking belohnt.

 

Google Panda und das menschliche Auge

Das soll natürlich kein Abgesang auf die Suchmaschinenoptimierung sein. Schließlich will man, dass die Inhalte, die man mit großer Mühe produziert, auch gefunden werden. Die gute Neuigkeit: Suchmaschinen haben im Laufe der Jahre dazu gelernt – sie bewerten Webseiten längst nicht nur anhand von Keyword-Dichte oder Metadaten. Seitdem Google 2011 das Panda-Update durchführte, kann SEO von gutem Content nicht mehr getrennt werden.

Das liegt vor allem an der neuen Perspektive. Vor dem Panda-Update stellte man bei Google ein Team von 1.000 Leuten zusammen, die probeweise die Qualität von Content auf verschiedenen Webseiten auswerten sollten. Der neue Algorithmus ahmte diese Bewertungen über maschinelles Lernen nach: Er erkannte in den menschlichen Entscheidungen Gesetzmäßigkeiten und lernte, sie selbst anzuwenden. Erst als das Programm mit großer Wahrscheinlichkeit vorhersagen konnte, welche Inhalte als qualitativ minderwertig eingestuft würden, ließ man es offiziell aufs Internet los. Heißt im Prinzip: Seit Panda blickt die Suchmaschine aus menschlicheren Augen auf eine Seite, statt stur und robotisch hinter der Kulisse Daten auszuwerten.

 

Wie erkennen Suchmaschinen guten Content?

Seit dem Launch von Panda sind aus diesen Gründen einige Maßzahlen relevant geworden, die Auskunft darüber geben, wie gut die Inhalte bei den Lesern ankommen:

  • Verweildauer: Diese Angabe beschreibt, wie lange der Leser sich auf der Seite aufhält – je länger er bleibt, desto eher stoßen die Inhalte auf sein Interesse.
  • Absprungrate: Klickt der Leser gleich nach der ersten Seite wieder weg, hat er die Information, die er sucht, wohl nicht gefunden. Ruft er dagegen weitere Seiten des Internetauftritts auf, ist seine Neugier geweckt.
  • Linkstrukturen: Wer häufig von anderen Webseiten verlinkt wird, der stellt Inhalte bereit, die für viele Menschen interessant sind. Obwohl dieses Prinzip nicht die einzige Grundlage fürs Google-Ranking ist, verbleibt es weiterhin ein wichtiger Faktor.

Diese Liste ist natürlich längst nicht vollständig – man munkelt, dass einige hundert Kriterien in das Google-Ranking einfließen. Doch zumindest diese lassen sich über die Qualität des Contents beeinflussen: Wer auf interessante und einzigartige Inhalte setzt, denen die Leser gerne Aufmerksamkeit schenken, der hat über diese Faktoren eine gute Chance, von Google gesehen zu werden.

 

Die Frage ist nur: Wie wird man von den Leuten gefunden, von denen man gefunden werden möchte? Das beantworten wir im nächsten Teil unserer Content-Serie!

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Über den Autor

Lea Gallon
Leitung Digitales Marketing und Kommunikation - Ideen und Texte mit Sinn und Verstand, ohne Rechtschreibfehler.

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