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Der große Rundumschlag: Was Sie über gute und schlechte Bewertungen im Web wissen müssen

In SEOvon Frauke ReimringerSchreiben Sie einen Kommentar

Nicht erst bei unserem Vortrag auf der Gründerwoche 2018 in Münster haben wir gemerkt, wie sehr das Thema Bewertungen im Internet viele Menschen beschäftigt. Die meisten stellen fest, dass sie nicht ausreichend informiert, misstrauisch oder ängstlich sind. Es zeigt sich, dass dabei zwei zentrale Probleme im Vordergrund stehen: Zum einen haben viele Menschen, die ein Unternehmen online vertreten, berechtigte oder unberechtigte Angst vor schlechten Bewertungen. Zum anderen fragen sich sowohl private als auch gewerbliche User, wie sie gefälschte Bewertungen erkennen. Sie fragen sich:

Bewertungen bei Plattformen wie Google My Business bzw. Google Maps oder Trip Advisor sind eng mit lokalem Onlinemarketing verbunden. Lokales SEO und lokale Werbeanzeigen werden von deutschen Unternehmen häufig immer noch sehr stiefmütterlich behandelt. Falsche Öffnungszeiten, keine Standortdaten und ein schlecht gepflegtes Bewertungsprofil gehören immer noch zum traurigen Alltag im Internet.

Kundenbewertungen als Kaufhilfe: So relevant sind Rezensionen für Käufer

Beim Thema Bewertungen möchten wir Ihnen gerne ein bisschen unter die Arme greifen. Wir holen aus zum großen Rundumschlag und beantworten nicht nur die eingangs gestellten Fragen. Zunächst noch ein paar Worte zur Relevanz von Bewertungen. Der Digitalverband Deutschlands bitkom hat 2017 die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Kundenbewertungen veröffentlicht. Laut bitkom sind für zwei Drittel der Käufer Bewertungen in einem Onlineshop von Bedeutung. Vor der Kaufentscheidung lesen sie zunächst die Bewertungen. Immerhin fast 50 % der Käufer schreiben anschließend selbst eine Rezension.

Den Käufern bzw. Kaufinteressenten geht es bei ihrer Recherche darum, eine qualifizierte Drittmeinung einzuholen. Dabei möchten sie auf die Meinung von “echten Menschen” vertrauen und nicht auf Marketingversprechen. Sie wünschen sich einen Mehrwert von ehrlichen, unverfälschten Rezensionen. Fehlen die Rezensionen vollständig, macht dies die Kunden oft stutzig. Kaufinteressenten fragen sich: Gab es nur negative Bewertungen, die der Händler gelöscht hat? Oder ist der Shop so unseriös oder unbekannt, dass dort noch niemand etwas gekauft hat?

Nicht zuletzt sind Bewertungen nicht nur für Käufer relevant, sondern auch für Suchmaschinen. Eine höhere Conversion Rate durch integrierte Bewertungen führt nicht nur zu mehr Umsatz, sondern auch zu einem besseren Ranking bei Google.

Gute Bewertungen erhalten – so funktioniert es

Beginnen wir mit den harmlosen Dingen. Gute Bewertungen für einen Onlineshop oder einen Dienstleister sind etwas Schönes. Jedes Unternehmen freut sich über positives Feedback von Kunden. Ein Großteil der Nutzer fragt sich: Wie bewege ich die Menschen dazu, eine gute Bewertung abzugeben? Dazu muss Ihr Angebot natürlich gut sein, das setzen wir hier einmal voraus.

Gehen wir von unterschiedlichen Szenarien aus. Wenn Sie beispielsweise ein Dienstleister vor Ort sind, können Sie Ihre Kunden nach getaner Arbeit dazu animieren, eine Bewertung abzugeben. Sagen Sie, wo Sie die Bewertung abgeben können und dass Sie sich darüber freuen. Bitten Sie zum Beispiel als Friseur doch einfach einen freundlichen Kunden, bei Zufriedenheit eine Empfehlung bei Facebook auf der Seite des Salons zu geben. Oder als Handwerker können Sie nach Auftragsende den Auftraggeber dazu auffordern, bei Google eine kurze Bewertung einzutragen. Wichtig: Diese Aufforderung nicht auf die Rechnung aufdrucken, das ist verboten.

Eine weitere Möglichkeit ist, auf Visitenkarten oder Flyer einen entsprechenden Hinweis aufzudrucken. Bei beiden Optionen gilt: Die Dosis macht’s. Sie müssen nicht bei jedem Herrenhaarschnitt mit der Maschine eine Bewertung einfordern. Aber wenn Sie merken, dass Ihr Kunde kommunikativ ist und zufrieden wirkt, erfüllt er Ihre Bitte um eine kurze Onlinebewertung sicher gerne.

“Waren Sie zufrieden?” – Bewertungen für Onlineshops

Für Onlineshops gibt es von den Gelben Seiten eine Handvoll Tipps für den E-Commerce, wie Sie Ihre Kunden dazu animieren können, Ihre Produkte und Ihren Service zu bewerten.

  1. Beginnen wir bei den Basics: Damit Ihre Kunden Sie bewerten, müssen Sie eine bequeme Möglichkeit dazu schaffen. Ein Klassiker ist hier die After-Sales-Mail, die wenige Tage nach dem Kauf automatisiert versandt wird. Amazon oder Zalando setzen auf diese Strategie. Der Kunde soll über das Produkt und den Service drumherum seine Meinung kundtun. Eine andere Möglichkeit ist, den Kunden dazu einzuladen, auf Plattformen wie Trusted Shops eine Rezension zu verfassen, sofern der Shop daran teilnimmt.
  2. Unzufriedene Kunden tun ihren Unmut gerne kund, zufriedene schweigen und genießen. Dieses Prinzip sollten Sie verstehen und dementsprechend handeln: Fordern Sie Ihre Kunden aktiv auf, holen Sie die Käufer mit ihrer Zufriedenheit ab. Verdeutlichen Sie konkret, warum ihr Feedback so wichtig ist.
  3. Je einfacher der Bewertungsprozess ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihre Kunden sich darauf einlassen. Ein System mit Schulnoten oder Sternen ist leicht verständlich und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Wenn Sie mit offenen Fragen arbeiten, sollten diese klar formuliert sein und nicht zu häufig zum Einsatz kommen.
  4. Seriöse Bewertungsplattformen stärken das Vertrauen. Es gibt Bewertungsportale im Internet, die nicht mit verifizierten Käufen arbeiten. Hier kann jeder Nutzer eine beliebige Bewertung zu einem Shop verfassen. Sichere Plattformen sind eKomi oder Trusted Shops. Kunden können dort nur etwas bewerten, wenn Sie einen Einladungslink nach einem Kauf erhalten haben. Für andere Plattformen wie auch Bewertungen bei Facebook gilt: Bedenken Sie, dass dort jeder Hinz und Kunz etwas schreiben kann.
  5. Aufwandsentschädigungen sind eine weitere Art, Kunden zu einer Rezension zu motivieren. Als Händler können Sie anbieten, Rabatte zu vergeben oder Versandkosten zu erlassen. Auch ein Punktesystem bietet einen spielerischen Reiz für Käufer, wenn sie mit jeder Bewertung Punkte erhalten, die sie später zu Geld machen können. Für kleinere Unternehmen bietet es sich an, die Kunden auf der emotionalen Ebene zu erreichen, da sie meist den Kunden viel besser (und persönlich) kennen.

Alles zum Thema gute und schlechte Bewertungen im Web

Krieg der Sterne: Sind viele gute Bewertungen immer gefälscht?

Ein Gerücht, dass sich bei vielen Nutzern hartnäckig hält: Wenn ein Onlineshop oder ein Unternehmen fast ausschließlich gute Bewertungen bei Google oder Facebook hat, kann dies nicht mit rechten Bedingungen zugehen. Viele vermuten hier gefälschte, gekaufte Bewertungen. Ob das stimmt und woran Sie tatsächliche Fakes erkennen, verraten wir Ihnen hier.

Das Geschäft mit gefälschten Bewertungen boomt. Es gibt Agenturen, die darauf spezialisiert sind, auf Verkaufsplattformen wie eBay oder Amazon gefälschte Bewertungen schreiben zu lassen. Oftmals werden auch Produkte gegen gute Rezensionen verschenkt. Auch für Google My Business können Unternehmen entsprechende Pakete buchen.

Vor wenigen Jahren war diese Praxis noch sehr viel einfacher. Mittlerweile ist Google aber so schlau, dass der Algorithmus den Großteil der Fake-Rezensionen erkennt. Wie genau das funktioniert, verrät Google natürlich nicht, um Black-Hat-SEO-Agenturen und Spammern keine Spielwiese zu bieten.

Was für Sie als Leser wichtig ist: Viele gute Bewertungen deuten nicht immer automatisch auf Fakes hin. Im letzten Abschnitt haben Sie ja bereits erfahren, wie man es als Unternehmen schafft, zufriedene Kunden zu guten Bewertungen zu animieren. Nichtsdestotrotz helfen Ihnen sowohl der gesunde Menschenverstand als auch ein paar Tipps dabei, gefälschte Bewertungen im Internet zu erkennen.

So erkennen Sie gefälschte Bewertungen

Das Thema ist so relevant für eine Vielzahl von Nutzern, dass sogar unsere Bundesregierung einen Leitfaden für das Einkaufen im Internet herausgegeben hat.

  1. Verifizierte Käufe auf Amazon & Co

Amazon bietet die Funktion des verifizierten Kaufs an. Das heißt, der Rezensent konnte diese Bewertung nur verfassen, weil er dieses Produkt tatsächlich gekauft hat. Natürlich besteht hierbei die Möglichkeit, dass es sich um einen Produkttester handelt, doch dazu später mehr. Kommt die Bewertung ohne werbliche Sprache aus und handelt es sich vielleicht sogar um ein höherpreisiges Produkt, so ist die Chance, dass es sich um eine echte Bewertung handelt, sehr hoch.

  1. Vorsicht vor Produkttestern

Eine beliebte Taktik von Onlineshops ist es, Käufer für positive Bewertungen zu gewinnen, indem der Shop dem Nutzer das Produkt umsonst oder für einen sehr günstigen Preis zur Verfügung stellt. Das Ganze wird als “Produkttest” beworben und der Tester darf das Produkt natürlich behalten. Der Warenwert beträgt hierbei mitunter mehrere Tausend Euro. Da der Tester natürlich auch weiterhin Produkte erhalten möchte, liegt es nahe, ausschließlich positive Bewertungen zu verfassen. Darüber hinaus gibt es geheime Gruppen, in denen sich die Teilnehmer absprechen und keine Kennzeichnung als Produkttest erfolgt. Gesponserte Bewertungen müssen übrigens als solche gekennzeichnet werden.

  1. In der Kürze liegt die Würze

Bei sehr langen und ausführlichen Bewertungen dürfen Sie ruhig misstrauisch sein. Nur selten haben echte Kunden Lust, freiwillig einen Roman über ein Produkt, einen Onlineshop oder ein Unternehmen zu schreiben. Kaum jemand erklärt lang und breit, was genau er an dem Produkt mag, wofür er es im Detail benutzt und von wem er es empfohlen bekommen hat. Ein zufriedener Kunde schreibt kurz und prägnant, warum er das Produkt oder das Unternehmen gut findet. Sätze wie “hat mir ein Freund empfohlen” sollten bei Ihnen Misstrauen wecken. Das gleiche gilt für Bewertungen, in denen berichtet wird, wie zufrieden der Enkel oder die Ehefrau mit dem Produkt war. Das ist ebenfalls eine beliebte Masche, um die Fake-Bewertung authentisch wirken zu lassen. Stark werbliche Sprache und übertriebene Lobhudelei sollten Sie stutzig machen, ebenso wie die inflationäre Verwendung des kompletten Produktnamens. Wer in einem Bewertungstext fünfmal “die QuickPress Herzkasper 3000” schreibt statt “die Espressomaschine”, ist sicherlich kein vertrauenswürdiger Rezensent oder hat nicht alle Nadeln an der Tanne.

  1. Den Rezensent genau unter die Lupe nehmen

Sie sollten sich den Nutzer, der die Bewertung verfasst hat, einmal genauer anschauen. Wie viele Bewertungen hat er bereits abgegeben? Für welche Produkte? Waren die Bewertungen nur positiv, negativ oder bunt gemischt? Unter welchem Namen bewertet er? Bei Google My Business sollten Sie beispielsweise stets aufhorchen, wenn ein Nutzer nicht unter seinem Klarnamen, sondern einem Phantasienamen auftritt. Wer hier undercover schreibt, hat bei einer Unternehmensbewertung meist etwas zu verstecken. Bewertet ein Nutzer bei Amazon gehäuft Produkte der gleichen Art (z.B. Handys, Fernseher oder Tablets), ist das ein Grund zur Annahme, dass es sich dabei um ein Fake handelt. So oft kann eine Mikrowelle gar nicht kaputt gehen, dass man alle paar Monate eine neue braucht. Ein abwechslungsreiches Kauf- bzw. Bewertungsverhalten weist auf ein echtes Profil hin.

  1. Verweise auf die Konkurrenz

Es mag offensichtlich sein, aber der Vollständigkeit halber weisen wir darauf hin: Wer in seinen Bewertungen auf die Konkurrenz verweist, führt sicher etwas im Schilde. Eine negative Bewertung für ein Unternehmen bei Google bzw. eine Produktbewertung bei Amazon in Kombination mit der Nennung der Konkurrenz und womöglich noch ein Link zum Wettbewerber sind sichere Indizien dafür, dass es sich um eine gefälschte Bewertung handelt.

  1. Extrem gegensätzliche Meinungen sind verdächtig

Wenn Ihnen bei Produktbewertungen oder Unternehmensbewertungen auffällt, dass es nur Rezensionen mit entweder einem Stern oder fünf Sternen gibt, sollten Sie einmal genauer hinsehen. Wenn 80 bis 90 Prozent der Rezensenten einen Stern vergeben haben und der Rest aus Bewertungen mit fünf Sternen besteht, liegt es nahe, dass hier jemand versucht, schlechtes Feedback zu vertuschen. Übrigens: Ein glattgebügeltes Bewertungsprofil mit ausschließlich positiven Bewertungen und keiner einzigen negativen ist ebenso verdächtig. Es gibt immer Kunden, die etwas zu bemängeln haben. Negative Bewertungen sollten Sie darüber hinaus nicht abschrecken: Oft gefällt einfach die Farbe nicht oder das Produkt kam beschädigt an. Kritisch hinterfragen bei extrem gegensätzlichen Meinungen zahlt sich aus.

Rezensionen prüfen: Was bringt reviewmeta.com?

Die Bundesregierung empfiehlt in ihrem Leitfaden die Seite reviewmeta.com, um gefälschte Rezensionen auf Amazon zu erkennen. Hier können Nutzer einfach eine URL von einem Produkt in das Suchfenster kopieren und überprüfen lassen. Anschließend erhält der Nutzer eine Übersicht, wie wahrscheinlich es ist, dass es sich um authentische Bewertungen handelt oder nicht. Die Seite listet auf, welche die glaubwürdigste Rezension ist und welche die unglaubwürdigste. Außerdem liefert sie Einschätzungen über weitere Rezensionen. Reviewmeta.com begründet dabei seine Einschätzung sowohl anhand des Bewertungstextes als auch anhand des Nutzerprofils der Person, welche die Bewertung verfasst hat.

Wir meinen: Vertrauen Sie nicht blind auf die Einschätzung, sondern auch auf Ihren gesunden Menschenverstand. Wir haben ein paar Proben mit dem Tool durchgeführt und waren nicht bei jeder Beurteilung überzeugt. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild davon, warum die Einstufung als “echt” oder “gefälscht” geschieht und entscheiden Sie für sich, ob Sie Ihre Kaufentscheidung davon abhängig machen möchten.

Willkommen auf der dunklen Seite: Schlechte Bewertungen

Vor ihnen fürchten sich viele Nutzer und vor allem Unternehmen: Die berühmt-berüchtigten schlechten Bewertungen. Immer wieder zeigt sich in Gesprächen mit Unternehmern und Marketingverantwortlichen, dass sie sich so sehr vor schlechten Bewertungen und Shitstorms fürchten, dass sie lieber gar kein Bewertungssystem anbieten und deswegen auch von den sozialen Medien fernbleiben.

Wie vermeide ich schlechte Bewertungen?

Diese Frage stellen sich viele User. Wir können an dieser Stelle sagen: Ein Patentrezept oder einen Zauberspruch gibt es leider nicht. Wenn Menschen unzufrieden mit einem Produkt oder einer Dienstleistung sind, möchten sie ihren Unmut kundtun. Es klingt banal, aber am unwahrscheinlichsten ist natürlich eine schlechte Bewertung im Internet, wenn es keinen Anlass zum Meckern gibt. Wir wissen jedoch alle, dass das leider nicht immer klappt und dann muss der Ärger raus. Zahlreiche Fachartikel und das Suchverhalten der Nutzer zeigen, dass vor allem Google My Business ein heißes Pflaster ist.

Ruhe bewahren: Vom Umgang mit schlechten Bewertungen

Eine negative Rezension bei Google My Business trudelt ein – was jetzt? Ruhe bewahren. Hier und da schlechtes Feedback ist kein Weltuntergang und dient im Idealfall sogar dazu, dass Sie sich als Unternehmen gut präsentieren können. Zum einen können Sie schlechte Bewertungen als Sprachrohr des Kunden sehen und genau nachhorchen: Warum gab es Anlass zur Beschwerde? Was stört den Kunden, welche Probleme hat er im Detail gehabt? So können Sie Ihr Produkt oder Ihren Service verbessern und es in Zukunft besser machen. Davon profitieren sowohl Sie als auch die Kundschaft.

Zum anderen haben Sie genau jetzt als Unternehmen Ihren Auftritt, die Bewertungsplattform ist Ihre Bühne. Wenn Sie gelassen, sachlich und vor allem konstruktiv mit der Kritik umgehen, ist der Groll des Kunden schon bald Schnee von gestern. Außerdem zeigen Sie der Öffentlichkeit, dass Ihnen die Kunden wirklich am Herzen liegen und Sie bestrebt sind, an sich zu arbeiten. Wer dagegen den Kopf in den Sand steckt und sich tot stellt, riskiert tatsächlich noch mehr schlechte Bewertungen.

Wenn Sie einen kugelsicheren Leitfaden für Ihre Krisen-PR benötigen oder sich tiefer in das Thema “Schlechte Bewertungen und Shitstorms als Chance” einlesen möchten, stöbern Sie gerne in unseren verlinkten Blogartikeln zum jeweiligen Thema.

So erhalten Sie bei Google gute Bewertungen

Wie kann ich eine schlechte Bewertung bei Google löschen lassen?

Es kann dennoch mitunter sinnvoll sein, die schlechte Bewertung entfernen zu lassen. Gerade bei Google My Business finden Nutzer das Urteil in Form von Sternen an sehr prominenter Stelle, wenn sie nach einem Unternehmen suchen. Einmal kurz gegoogelt und schon prangen (im Idealfall) bis zu fünf Sterne neben den SERPs.

Nicht alle Rezensenten kommen mit der oben erwähnten konstruktiven Kritik daher, auf die Sie angemessen eingehen können. Leider gibt es auch die Nutzer, die schimpfen, beleidigen, pöbeln und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Von persönlichen Streitigkeiten mit dem Inhaber einer Imbissbude, weil der Lieferservice ständig den Parkplatz vor dem Haus belegt, bis hin zu Kritik von frustrierten Kunden, die mehrfach vor geschlossener Tür standen, weil sie die Öffnungszeiten nicht beachtet haben – alles dabei. Wie gewitzt manche Restaurants mit schlechten Bewertungen umgehen, können Sie in folgendem Artikel im Business Insider lesen.

Zu solchen fragwürdigen Rezensionen gesellen sich Trolle, die Spaßrezensionen verfassen. In all diesen Fällen sollten Sie es in Erwägung ziehen, eine Bewertung bei Google My Business entfernen zu lassen, da hier sämtliche Rettungsmaßnahmen vergebens sind.

Wann und wie kann ich eine Bewertung löschen lassen?

Google My Business gibt selbst eine Anleitung, wie Inhaber unangemessene Bewertungen melden und löschen lassen können. Eine Bewertung gilt dann als unangemessen, wenn sie gegen die Google-Richtlinien verstößt. Diese Richtlinien gelten für alle Inhalte bei Google und somit auch für Bewertungen. Alles, was illegal, anstößig und gefährlich ist, hat auf Google nichts zu suchen. Das gleiche gilt für Spam, Fake-Inhalte oder Identitätsdiebstahl. Google weist auf den My Business-Hilfeseiten explizit darauf hin, dass sie nicht dafür zuständig sind, wenn Kunde und Händler sich nicht einig sind.

Bei Beleidigungen und Verunglimpfungen gilt: Unternehmen müssen hier zwischen zwei Arten von Beleidigungen unterscheiden. Es gibt tatsächlich sowohl erlaubte als auch rechtswidrige Beleidigungen. Business Coach und Expertin für Referenzmarketing und Kundenkontaktpunkt-Marketing Anne M. Schüller erläutert im Interview mit impulse.de: „Stellungnahmen, die eine persönliche Ansicht widerspiegeln, und Schmähkritik, die sich auf Produkteigenschaften oder eine Dienstleistung bezieht, sind grundsätzlich zulässig“. Wenn jedoch Wortlaute wie „Der Chef ist ein Vollidiot und dreister Betrüger“ im Web auftauchen, handelt es sich um grobe Verleumdungen, gegen die Sie juristisch vorgehen können.

Wenn es doch einmal brennt und eine Bewertung verschwinden soll, halten wir den Google-Leitfaden für Sie bereit.

Schritt für Schritt: So lassen Sie die Bewertung löschen

Google My Business-Bewertung am Handy melden (oder anderen Mobilgeräten)

  1. Öffnen Sie die Google My Business App.
  2. Anschließend auf Kunden und dann auf Rezensionen tippen.
  3. Neben der Rezension, die Sie löschen möchten, tippen Sie auf die drei Punkte.
  4. Dann öffnet sich ein Menü; tippen Sie dort auf Rezension melden.

Google My Business-Bewertung vom Computer aus melden

  1. Loggen Sie sich zunächst bei Google My Business ein.
  2. Falls Sie über mehrere Einträge verfügen, wählen Sie den entsprechenden Standort aus.
  3. Im Menü klicken Sie nun auf Rezensionen.
  4. Wählen Sie die Rezension aus, die Sie melden möchten.
  5. Navigieren Sie zu der kleinen Fahne neben der Rezension und klicken Sie auf Als unangemessen melden.

Bewertungen in Google Maps melden

Sie haben auch die Möglichkeit, Bewertungen in Google Maps zu löschen, die Ihnen unangebracht erscheinen. Das funktioniert auch, wenn Sie nicht eingeloggt sind.

  1. Rufen Sie Google Maps auf.
  2. Suchen Sie dort nach Ihrem Brancheneintrag.
  3. Navigieren Sie zu der schlechten Bewertung, die Sie melden möchten.
  4. Klicken Sie im Menü Rezensionsaktionen mit den drei Punkten auf Als unangemessen melden.

Bei allen Meldeverfahren fragt Google zum Abschluss kurz ab, warum die Bewertung gelöscht werden soll. Hier haben Sie verschiedene Punkte aus den Google-Richtlinien zur Auswahl.

Was Sie über gute und schlechte Bewertungen im Netz wissen müssen

Schlechte Bewertungen löschen lassen: Klappt das auch wirklich?

Wie Google es selbst erwähnt, werden schlechte Bewertungen tatsächlich gelöscht, wenn sie gegen die oben genannten Richtlinien verstoßen. Dabei gibt Google sich nicht unbedingt die größte Mühe, die Rezensionen besonders schnell zu löschen, es können durchaus einige Tage bis Wochen ins Land gehen. Liegt aber ein eindeutiger Richtlinienverstoß mit beleidigen Inhalten vor, wird die schlechte Bewertung zuverlässig von Google gelöscht.

Wie sieht es aber nun mit den anderen schlechten Bewertungen aus, die nicht genug unsachliche Kritik und keine wilden Beleidigungen enthalten, wenn Google keine Anstalten macht, sie zu entfernen? Klar, diese Bewertungen sehen unschön aus. Wir haben an dieser Stelle jedoch zwei gute Tipps für Sie.

1. Auf schlechte Bewertungen reagieren

Zunächst können Sie auf negative Bewertungen bei Google My Business antworten und dem Schreiber womöglich den Wind aus den Segeln nehmen. Zeigen Sie sich interessiert an dem Feedback und bieten Sie einen privaten Austausch zwecks Problemlösung an. Wenn Sie beweisen können, dass es sich eindeutig nicht um einen Kunden Ihres Unternehmens handelt (also eine Fake-Bewertung) und Google entfernt die Bewertung trotz Löschantrag nicht, haben Sie die Möglichkeit, dies in einem Antwort-Kommentar anzumerken.

2. Um gute Bewertungen bitten

Und hier schließt sich der Kreis. Wie bereits am Anfang der Artikels ausführlich dargestellt, können Sie negative Bewertungen mit guten ausgleichen. Wenn Sie ausreichend positive Bewertungen haben, ist die ein oder andere schlechte Rezension dazwischen kein Beinbruch, sondern zeugt von einem authentischen Bewertungsprofil.

Fazit: Und die Moral von der Geschicht …

… Angst vor Bewertungen lohnt sich nicht. Schlechte Bewertungen sollten für Sie kein Schreckgespenst sein. Egal, ob Onlineshop oder Dienstleister vor Ort, viele fürchten sich vor negativem Kundenfeedback und stecken deswegen den Kopf in den Sand. Andere wiederum trauen kaum einer Onlinebewertung über den Weg, egal ob gut oder schlecht. Wir hoffen, unser Artikel hat Ihnen gezeigt, dass das nicht sein muss. Wenn es wirklich von allen Seiten schlechte Bewertungen hageln sollte, haben Sie es entweder mit einem fiesen Troll oder unfairer Konkurrenz zu tun – oder Sie sollten Ihr Geschäftsgebaren noch einmal genau unter die Lupe nehmen.

Hin und wieder eine schlechte Bewertung tut niemandem weh und wenn Sie mit unseren Tipps eifrig gute Bewertungen sammeln und die schlechten Bewertungen öffentlich ernst nehmen, sind Sie auf der sicheren Seite. Legen Sie sich am besten einen knackig-kurzen Plan zurecht, wie Sie in Zukunft Ihr Online-Reputation-Management bewerkstelligen und auf schlechte Rezensionen reagieren. Zeitnahe Reaktionen beschwichtigen die Gemüter eher als eine Antwort, die erst zwei Wochen später kommt. Wenn die Nutzer sehen, dass Sie sich um die Probleme der Kunden kümmern, haben Sie bereits einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

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Über den Autor
Frauke Reimringer

Frauke Reimringer

ist studierte Diplom-Literaturübersetzerin und textet seit 2013 mit Leidenschaft. Seit August 2018 bereichert sie elsch&fink mit Textergüssen - und Kuchen. Ihre Vorliebe dafür, an Sprache herumzuwerkeln und mit Sprache etwas zu bewirken, hat sie in die Welt des Marketings geführt. Sie ist bei elsch&fink für die Bereiche Text, Konzeption und Social Media zuständig.

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