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Kinder, wie die Zeit vergeht! Oder: Warum mir die Praxis besser schmeckt

In Agenturgeschichten von Simone GerhardtHinterlasse uns einen Kommentar

Zack – ein Jahr ist rum und mein Volontariat bei elsch&fink am 1. April schon wieder vorbei. (Kein Scherz.) Es gibt aber keinen Grund, nostalgisch zu werden, schließlich bleibt elsch&fink mir und ich elsch&fink noch eine ganze Weile erhalten. Ich darf mich nun nämlich offiziell ein ausgewachsenes, ausgelerntes, vollwertiges Mitglied schimpfen. Der Flamingo steht mit beiden Beinen im Agenturleben – oder so ähnlich. Und fühlt sich sauwohl im elsch&fink Tiergehege.

Aber was habe ich denn die letzten 365 Tage getrieben? Fleißig geackert, getüftelt und geschuftet. Viel gelacht und viel gelernt, manchmal gezweifelt und letztlich bin ich auch gewachsen. Ich durfte im Laufe des letzten Jahres in unglaublich viele Bereiche meine Nase stecken, Neues kennenlernen und bereits in den ersten Wochen eigenverantwortlich arbeiten. Im Bereich Text, Konzeption und Social Media, aber auch über den Tellerrand hinaus.

Textergüsse und Technikwahnsinn

Ich habe akribisch Texte geschrieben (für unseren Blog, für Social Media, Webseiten, Printmaterial und alles, was mir in die Finger gefallen ist), Konzepte entwickelt (Textkonzepte, aber auch umfassende Konzepte wie für den kommunalen Wahlkampf eines Kunden), durfte kreativ herumspinnen (Jubiläumsgeschenke, Weihnachtskarten, Printanzeigen in eigener Sache), mein frisch gewonnenes Wissen in Vorträgen und Workshops weitergeben, das Themengebiet der Informationsarchitektur kennenlernen, mich in den sozialen Medien austoben, die Suchmaschinenoptimierung ankurbeln, mich mit WordPress rumschlagen, durch Sistrix kämpfen, das Projektmanagement übernehmen … die Liste ist lang! Und umfasst eben alles, was zum Alltag im Onlinemarketing gehört.

Für unsere Kunden habe ich mich dabei immer wieder in neue Themen eingelesen – von Feuerwerk über Software, Wahlkampf, Agrar bis Versicherung und Zahnmedizin –, was zu interessanten Erkenntnissen führt. So weiß ich jetzt nicht nur deutlich mehr über Mischfutter als ich für möglich gehalten hätte, sondern kann auch eine Wurzelkanalbehandlung detaillierter beschreiben als mir lieb ist.

 

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Raus aus der Theorie, rein in die Praxis – möglichst oft

Auch auf verschiedenen Veranstaltungen durfte ich mich herumtreiben wie der OMK in Lüneburg, dem Social Media Bootcamp in Dortmund und der Gründerwoche hier in Münster, um mein Wissen dort ebenso zu erweitern wie in diversen Onlinekursen und bei der Fortbildung zur Social-Media-Managerin der IHK.

Und während all dem war ich immer wieder froh, dass ich den Uni-Alltag hinter mir gelassen habe, der mir im Übrigen wie ein Jahrhundert her vorkommt. Zwar habe ich in der Uni viel gelernt (strategisch Denken, Probleme lösen, Eigenverantwortung übernehmen und selbstständig Arbeiten) und bin sicherlich auch fachlich bereits ins Marketing eingestiegen – aber eben nur auf der theoretischen Ebene. Das konkrete Wissen für den Berufsalltag im Onlinemarketing war mehr als mau. Die Grundlagen mögen mir eingehämmert worden sein, praktisch ging’s aber erst hier in meinem Volontariat zu. Hier hab ich bereits in den ersten Wochen viel gelernt, was es in der trockenen Theorie nicht zu lernen gibt. Abgesehen von dem fachlichen Wissensschatz, den ich mir aneignen durfte, gibt’s auch Allgemeines aus dem Agenturalltag, das einem vorher keiner verrät.

9 Dinge, die ich gelernt habe, die es in der Theorie nicht zu lernen gibt:

  1. Alles was man lernt, ist morgen vermutlich schon wieder alt. Na gut, das ist ein wenig übertrieben. Was ich damit sagen möchte: Man muss sich immer wieder neu reinfuchsen, wenn man in einer Digitalagentur arbeitet. Und sei es nur, weil Facebook zum 23.482ten Mal den Algorithmus geändert hat. Aber das macht das Ganze ja auch so spannend.
  2. Wenn Kunden etwas tun müssen, kann das unter Umständen sehr lange dauern. Viele Kunden sind sofort Feuer und Flamme, ihre Webseite neu zu gestalten, ein Logo zu entwerfen oder einen Corporate Blog einzurichten. Und kontaktieren uns im Übereifer, was super ist. Wir stürzen uns gerne in das erste Gespräch und machen ein Angebot. Es kommt allerdings vor, dass die anfängliche Eile verpufft. Pläne und Ideen sind schön und gut, oftmals scheitert es dann aber an internen Prozessen und der Stein kommt langsamer ins Rollen als geplant. Auch während der Zusammenarbeit wird es manchmal holprig: Es kommt vor, dass einigen Kunden nicht bewusst ist, dass auch sie mitarbeiten müssen, um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten. Dafür ist nämlich Input von beiden Seiten nötig.
  3. Alles, was den Bereich Akquise betrifft. Na gut, vielleicht habe ich dafür auch einfach nicht das richtige Fach studiert. Aber im Bereich Medienkommunikation habe ich absolut nichts über die Kundenakquise gelernt, die ja doch ein wichtiger Teil des Agenturgeschäfts ist. Jedes persönliche Erstgespräch mit Kunden verläuft anders. Im Akquisegespräch muss man flexibel sein, auf seinen Gegenüber eingehen. Klar, man bereitet sich auf das Gespräch mit dem Kunden vor, aber wie der Termin abläuft, weiß man eben erst, wenn man drin sitzt. Jeder (potenzielle) Kunde tickt anders. Zum Glück lernt man auch hier mit der Zeit, wie man welche Situation einzuschätzen hat.
  4. Eine Keywordanalyse ist ganz schön zahlenlastig und eintönig – hilft beim Texten fürs Web aber ungemein weiter. Das kann man vielleicht auch aus der Theorie erahnen, mir war vorher aber nicht bewusst, wie dröge die Arbeit dann doch tatsächlich in Teilen ist: Alle vom Programm ausgespuckten Daten in Excel-Tabellen pfeffern, stoisch Zahlen reinkopieren und natürlich hinterher alles auswerten. Letzteres ist schon spannender.
  5. Eine persönliche Erkenntnis: Wenn es um Kalorien im Büro geht, bin ich deutlich willensschwacher als gedacht. Und bei elsch&fink dreht sich deutlich mehr um Kuchen, Kekse und Zucker generell als gedacht. Eine tückische Kombination.
  6. Einfach mal machen. Ausprobieren geht oft schneller und ist deutlich lehrreicher als ewige Recherche. Natürlich sollte man nicht unüberlegt vorschießen, aber ab und zu muss man Dinge einfach anpacken. In der Praxis lernt man eben mehr als in der Theorie. “Learning by doing” ist hier das ausgelutschte Stichwort.
  7. Sich was trauen: Manchmal muss man ins kalte Wasser springen. Das betrifft berufliche Herausforderungen (Selbstverständlich halte ich vor 80 Interessierten einen Vortrag, was könnte es Entspannteres geben?) sowie persönliche Unsicherheiten (Sachen, die ich nicht gut kann, kann ich noch lernen). Und das immer wieder. Das Wasser ist zwar auch beim zweiten Mal noch kalt, mit der Zeit stört es einen aber immer weniger.
  8. Zusammenarbeit und Wertschätzung sind enorm wichtig. Keine Angst, es folgt jetzt keine kitschige Ode an das Team, nur ein logischer Schluss: Je kleiner das Team, desto enger die Zusammenarbeit und desto wichtiger, dass die Chemie stimmt. Das ist nichts wirklich neues, aber das erste Mal, dass ich es am eigenen Leib erfahre.
  9. “Man lernt nie aus” ist nicht nur ein nervtötendes Sprichwort, sondern Alltag bei uns. Ständige Weiterbildung ist vor allem im Onlinebereich wichtig, wo neue Entwicklungen aus dem Boden schießen und Technik sich schnell verändert. Deshalb lesen wir bei elsch&fink uns immer wieder in neue Themen ein, recherchieren, stöbern auf Blogs und besuchen Veranstaltungen zur Weiterbildung, um immer auf dem Laufenden zu bleiben. Womit wir wieder bei Punkt 1 angelangt sind.

Ich bin mir sicher: Neues Wissen und unfassbar viel Kuchen werden mir auch künftig weiter eingetrichtert – und das ist auch gut so!

 

Über den Autor
Simone Gerhardt

Simone Gerhardt

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