Mit der Lizenz zum Surfen – das macht ein Social Media Manager wirklich

Was möchtest du denn später einmal werden? Diese Frage neugieriger Familienangehöriger an den Nachwuchs wird heute wohl nicht mehr mit „Lokomotivführer”, „Tierarzt“, „18 Jahre“ oder „Hubschrauberpilot“ beantwortet, sondern vielleicht auch mit „Social Media Manager“.

Fragende Blicke bei den Erwachsenen sind oft das Resultat. Träumt der Spross also vom legalen Surfen auf Facebook oder Twitter und +1 vergeben während der Arbeitszeit? Was genau verbirgt sich hinter diesem Berufsziel und wie sieht der Arbeitsalltag wirklich aus?

Darum geht’s

In Zeiten, in denen Likes von Freunden hoch geschätzt werden und Markentreue kaum noch existiert, erfreut sich gutes Storytelling und Content Marketing immer größerer Bedeutung. Geschichten werden auf mehreren Plattformen möglichst unterhaltend mit Service-Charakter erzählt. Die Inhalte werden den verschiedenen Plattformen auf den Leib geschneidert und neue Trends im Web für die Zwecke des eigenen Unternehmens genutzt – es geht also um Aktualität und Entertainment mit einer Vorliebe für Facebook, gefolgt von Twitter.

Laut der Agentur mycleveragency werden jede Sekunde 41 000 Beiträge auf Facebook gepostet und innerhalb einer Minute etwa 1,8 Millionen Likes dafür vergeben. Von Katzenfotos bis hin zu graphisch aufbereiteten Zitaten ist in Sozialen Netzwerken allerhand zu finden. Bei dieser Content-Invasion geht es Social Media Managern darum, Interkation zu fördern und Vertrauen zu schaffen. Was klingt, wie nett daher gesagt, ist eine wahre Herausforderung. Der Dialog mit dem Unternehmen sollte gefördert werden und das mit möglichst kurzen Reaktionszeiten, denn Aktualität spiegelt sich im Web 2.0 in kurzen Antwortzeiten wider.

Auf dem Weg zur Integration

Einer aktuellen Studie[1] von Manfred Bruhn, Professor für Marketing und Unternehmensführung an der Universität Basel, zufolge schreibt ein Großteil der Unternehmen Social Media im Rahmen einer Integrierten Unternehmenskommunikation einen hohen bis sehr hohen Stellenwert zu. Allerdings gilt die Integration zusätzlicher Botschaften in den bestehenden Kommunikationsmix weiterhin als Herausforderung für Social Media Manager. Was wird wie kommuniziert? Wie soll auf Kritik reagiert werden? Und wie wird mit der neuen Themen- und Meinungsvielfalt im Netz umgegangen? Social Media Manager entwickeln hierzu eigene Ideen, Inhalte und Kampagnen, sind aber auch für die Kontrolle aller Social Media Aktivitäten des Unternehmens zuständig. Oberstes Ziel bleibt eine optimale Integration aller Inhalte in die bestehende Marketingkommunikation.

Authentisch werden sowohl positive als auch negative Inhalte auf verschiedenen Kanälen kommuniziert, beantwortet und qualitativer Content für mehr als eine Zielgruppe produziert. Social Media Manager entwickeln neue Strategien, die mit den Zielen des Unternehmens im Einklang stehen, koordinieren sämtliche Online-Kanäle und sichern die Qualität der Botschaften. Als Schnittstelle zu anderen Fachbereichen im Unternehmen konzeptionieren sie redaktionelle Inhalte und setzen innovative Projekte um. Ein kontinuierliches Reporting und Monitoring des Consumer Generated Content sowie aller aktuellen Social Media Kampagnen gehören ebenso zum Aufgabenprofil der Mitarbeiter im Online-Marketing Team.

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Arbeit im Team – Social Skills zählen

In einer Befragung von über 100 Social Media Managern großer Konzerne und kleinerer Unternehmen zeigt sich, dass zwei Drittel der Mitarbeiter ihre Social Skills nur in kleinen Teams einsetzen können. 80 Prozent hiervon sind sogar als One Man Show organisiert. Den Kontrast bilden weitere 25 Prozent aller befragten Unternehmen, die mehr als zehn Social-Media Mitarbeiter beschäftigen. Bei der Arbeit im Team, setzen 40 Prozent der Unternehmen Schwerpunkte in der Wahl der Kanäle oder teilen die Arbeit nach Kampagnenart auf. Die Mehrheit dagegen arbeitet mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie CRM und Marketing auf unterschiedlichen Kanälen oder betreut verschiedene Regionen und Sprachen.

Social Media hat Zukunft. Das wird auch in zahlreichen Unternehmen so gesehen, weshalb möglichst viele Mitarbeiter diese Disziplin beherrschen sollten. Etwa 12 Prozent der Befragten gaben an, dass Social Media in ihren Unternehmen als Stabsstelle mit Mitarbeitern aus mehreren Abteilungen organisiert ist. Mehrheitlich arbeiten Social Media Manager im Namen der Mission „Unternehmenskommunikation“ und versuchen auch Kollegen aus anderen Fachbereichen diese Kompetenz zu vermitteln. Letzteres wird zumindest von 20 Prozent der befragten so gesehen.

Wie „social“ ist der Social Media Manager?

Der Return of Invest kann oft kaum mit klar definierten Einnahmen begründet werden. Dies erhöht den Kostendruck der entsprechenden Fachbereiche in Unternehmen. Um die angestrebten Unternehmensziele zu erreichen und Erfolge messbar zu machen, gewinnt das Monitoring zunehmend an Bedeutung.

Wie viele der Jugendlichen heute wirklich das Berufsziel Social Media Manager vor Augen haben, bleibt offen. Das Berufsbild etabliert sich und auch die Professionalisierung der Disziplin nimmt zu. Wünsche nach Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich bleiben jedoch bestehen. Aktuell müssen sich viele Social Media Manager die Integration ihrer Disziplin erkämpfen und die Unternehmensleitung vom Nutzen der Sozialen Netzwerke überzeugen. Dabei sollte klar sein, dass das volle Potenzial von Social Media nur mit der richtigen Einstellung zu den Sozialen Netzwerken ausgeschöpft werden kann.

Mehr Informationen zur Befragung der Social Media Manager findet Ihr unter http://berufsziel-socialmedia.de/social-studie/.

[1] Bruhn, M., Martin, S., & Schnebelen, S. (2014): Integrierte Kommunikation in der Praxis. Entwicklungsstand in deutschsprachigen Unternehmen. Wiesbaden: Springer.

 

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Über den Autor

Tina Lindeburg
Junior Konzeptionerin / Texterin, bereit für Herausforderungen und immer auf der Suche nach neuen Trends im Web.

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