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Online-Wahlkampf: Warum Sie als Kandidat nicht daran vorbeikommen

In Strategie & Beratungvon Simone GerhardtSchreiben Sie einen Kommentar

Online-Wahlkampf ist unter Umständen schwierig, verfehlt die ältere Zielgruppe, löst einen Shitstorm aus und ist sowieso ganz ganz gefährliches Terrain … oder? Warum Online-Wahlkampf immer relevanter wird und welche unschlagbaren Vorteile er Kandidaten und Parteien bietet, erfahren Sie hier.

Viele Kandidaten haben Bedenken, wenn es um den Wahlkampf online geht: “Beim Wahlkampf, da kann es auch mal rauer zu gehen, das entgleitet online schnell” oder “Ich bin selbst nicht in den sozialen Medien, ich kenne mich gar nicht aus” und “meine Zielgruppe ist dort eh nicht”. Wir nehmen Ihnen diese Bedenken gerne und verraten Ihnen, warum Sie Ihre politische Kommunikation unbedingt (auch) digital ausrichten sollten.

Vorsicht ist gut, Kontrolle ist überbewertet?

Fangen wir mit dem ersten Punkt an, der Angst vor dem Kontrollverlust. Es stimmt schon, dass Sie sich als Wahlkandidat oder Person eines politischen Amts im Netz ein Stück weit angreifbar machen. Aber das tun Sie mit Ihrem Beruf ohnehin. Warum dann nicht die große Chance nutzen, welche die digitale politische Kommunikation zu bieten hat? Sie erhalten online Feedback aus erster Hand. Das kann Kritik sein, ja, aber das sind vor allem auch wertvolle Anregungen, Impulse und Auseinandersetzungen. Direkte Kommunikation ist hier nicht nur ein ausgelutschtes Buzzword, sondern ein wichtiges Angebot an Ihre Wähler.

Entscheidend dabei: Hören Sie den Bürgern zu. Vor allem in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Co. geht es nicht darum, einseitig Ihre Wahlagenda herauszuposaunen. Social Media ist kein Sprachrohr für Ihre Wahlplattitüden oder gar Ihre Selbstbeweihräucherung. Die sozialen Medien bieten vor allem die Chance zu echtem Dialog. Der Dialog online sollte dabei keinesfalls Ihre persönlichen Bürgergespräche ersetzen, sondern diese sinnvoll ergänzen.

Mit einer eigenen Webseite sind Sie unabhängig im Wahlgefecht

Was Sie bei der wohlmöglich nagenden Angst vor dem Kontrollverlust ebenfalls bedenken sollten: Selten sonst haben Sie so viel Kontrolle über Ihre Darstellung wie online mit einer eigenen Webpräsenz. Klicken Sie um zu Tweeten Wenn Sie mit einer eigenen Webseite arbeiten, entscheiden nur Sie, wie Ihr Auftritt online gestaltet ist, was Sie preisgeben und wie Sie kommunizieren. Sie haben außerdem eine unabhängige Plattform, ungefärbt von den Aussagen Ihrer Konkurrenten und den Inhalten von Journalisten beispielsweise der regionalen Zeitung. Die Lokalpresse berichtet nicht immer so neutral, wie sie das vielleicht möchte. Stattdessen können Sie Dinge klarstellen, möglicherweise richtigstellen und sich so präsentieren, wie Sie es gerne möchten. Sie haben das Ruder in der Hand.

Politische Kommunikation muss authentisch sein

Kommen wir zu Bedenken Nummer zwei: Sie sind bisher nicht online aktiv. Wir stimmen auf jeden Fall zu, dass Ihre politische Kommunikation vor allem authentisch sein muss. Kurz vor der Wahl noch schnell bei Instagram oder Twitter mitmischen zu wollen und sich kurzerhand ein Profil zuzulegen, das nach der Wahl wieder im Nirvana verschwindet, ist alles andere als glaubwürdig und zielführend. Digitale Kommunikationsangebote für die Bürger sind nicht nur kurz vor der Wahl wichtig, sondern sollten kontinuierlich betrieben werden genau wie die digitale Parteiarbeit.

Sich für den Wahlkampf ein Social-Media-Profil zuzulegen, kann unter Umständen durchaus sinnvoll sein, sollte dann aber auch nach der Wahl weiter gepflegt werden und nicht verwahrlosen. Falls Sie unsicher sind, was die ersten Schritte in den sozialen Medien betrifft oder wie Sie Ihre Kommunikation dort strategisch am besten ausrichten, helfen wir Ihnen als Digitalagentur mit Erfahrung im Wahlkampf gerne weiter.

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Warum Sie auf Social Media im Wahlkampf nicht verzichten sollten

Neben dem direkten Dialog gibt es viele Vorteile, wenn Sie als Kandidat oder im politischen Amt in den sozialen Medien aktiv sind. Ein großer Vorteil ist, dass Sie die Wähler dort erreichen, wo sie ohnehin bereits unterwegs sind: Drei Viertel der Deutschen gingen 2018 täglich online. 2019 gibt es allein 32 Millionen monatlich aktive deutsche Nutzer bei Facebook.

Den Mythos, dass Sie im Netz nur die junge Zielgruppe erreichen, sollten Sie getrost vergessen. Nicht nur erreichen Sie – je nach Plattform – auch eine ältere Zielgruppe, Sie können auch genau einstellen, welche Altersgruppe Sie mit Ihren Kampagnen ansprechen möchten. Das ist ein großer Vorteil im Onlinemarketing: das detaillierte Zuschneiden von Inhalten auf eine bestimmte Zielgruppe. Dieses genaue Targeting können Sie für Ihr Politmarketing nutzen.

Legen Sie online los: Junge Wähler, Erstwähler, Nichtwähler

Und wer sagt, dass eine junge Zielgruppe etwas Negatives ist? Kommunalwahlen sind in den meisten Bundesländern bereits ab 16 möglich und das politische Interesse ist auch im jungen Alter oftmals vorhanden. Das ist spätestens seit Fridays for Future kein Geheimnis mehr. Die Erstwähler, die Sie zum Beispiel bei Facebook oder Instagram altersmäßig genau eingrenzen können für Ihre Stadt, sind kostbare Stimmen – die Sie nicht unbedingt an Ihrem Wahlstand einfangen. Auch neue Zielgruppen lassen sich durch die detaillierten Targetingoptionen leicht erschließen.

In den sozialen Medien erreichen Sie die Nutzer in einem Umfeld, in dem sie sich auskennen und wohlfühlen, der Umgangston ist eher locker. Aufgrund des persönlichen Charakters von sozialen Netzwerken ist plumpe Werbung und einseitige Beschallung fehl am Platz. Immer mehr User nutzen die Plattformen jedoch nicht mehr nur für Persönliches, sondern informieren sich inzwischen auch in den sozialen Netzwerken über das aktuelle Zeitgeschehen. Ein guter Weg also für Sie, die politik-affinen jungen Wähler zu bespielen. Die bisherigen Nichtwähler können Sie durch einen gezielten Appell in Ihren Kampagnen ebenfalls ansprechen – und unter Umständen umstimmen.

Digitaler Wahlkampf – mehr als Social Media

Im Bereich des digitalen Wahlkampfs gibt es aber weit mehr als nur Social Media. Wenn Sie davon lieber die Finger lassen möchten, können Sie anders (oder bestenfalls zusätzlich) mit den Bürgern und Wählern in den Kontakt treten. Zum Beispiel durch ein Kontaktformular auf Ihrer eigenen Webseite oder Ihren Blog. Ihre eigene Webseite bietet nicht nur – wie bereits erläutert – den Vorteil, dass Sie unabhängig von Plattformbetreibern und regionalen Medien sind, sondern sie bietet Ihnen auch absolute Freiheit und den Raum, sich umfangreich an einem Ort vorzustellen, wo alle Bürger Sie jederzeit erreichen, nämlich im Netz. Neben dem Wahlprogramm gibt es auf einer Webseite auch Möglichkeiten für den Austausch. Ein Kontaktformular sorgt beispielsweise dafür, dass die Bürger Ihnen Fragen stellen und Anregungen schicken können. Einen ausgewählten Teil dieser Fragen können Sie zusammen mit Ihren Antworten auf Ihrer Webseite veröffentlichen. Das fördert den Dialog und zeigt, dass Sie die Sorgen der Bürger ernst nehmen und zuhören. Ihre Ansichten können so jederzeit öffentlich (online) nachgelesen werden.

Eine Webseite bietet außerdem Platz für einen Blog. Das muss kein umfassendes Meisterwerk sein, sondern eher ein Bereich für Neuigkeiten und die Möglichkeit, über Ihre Erfahrungen im Wahlkampf zu berichten. Auch das ist ein digitales Angebot für die Bürger. Dort können sie sich informieren, welche Institutionen, Vereine und Personen Sie zum Beispiel als Bürgermeisterkandidat im Wahlkampf besuchen, was Ihnen politisch wichtig ist, für welche sozialen Einrichtungen Sie sich in Ihrem Wahlbezirk einsetzen und Sie ein Stück weit von Ihrer persönlichen Seite kennenlernen.

Online und offline gehen Hand in Hand

Im Idealfall erreichen Sie die Bürger während des Wahlkampfs auf unterschiedlichen Wegen: über Ihre Webseite, Ihren Blog, in den sozialen Medien und eben auch offline. Nicht jeder ist im Netz unterwegs; Zeitungsanzeigen und Seniorenbriefe sind sinnvolle Mittel im Wahlkampf. Auch auf den persönlichen Kontakt mit den Bürgern, zum Beispiel durch Haustürbesuche, bei Podiumsdiskussionen etc. sollten Sie keinesfalls verzichten. Es ist wichtig, dass die Bürger Sie auch ein Stück weit von Ihrer persönlichen Seite kennenlernen und im direkten Gespräch einen Draht zu Ihnen finden.

Der Wahlkampf sollte dabei online und offline Hand in Hand gehen. Sie planen, regelmäßig einen Wahlstand am Marktplatz aufzubauen? Dann sollten Sie die Leute online rechtzeitig darüber informieren. Eine Veranstaltung bei Facebook kann zum Beispiel eine gute Möglichkeit sein, Ihren Wahlstand anzukündigen und zu bewerben. Auch in der Zeitung können Sie eine kleine Anzeige schalten. In dieser Kombination erreichen Sie die meisten Wähler. Im Anschluss können Sie dann in Ihrem Blog über den anregenden Austausch an Ihrem Wahlstand berichten und auch die Bürger mit einbeziehen, die nicht vor Ort sein konnten.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Sie Ihre Fühler ausstrecken und je besser Sie die Angebote online und offline verknüpfen, desto dichter weben Sie Ihr Netz – und desto besser können Sie sich als Marke und als glaubwürdiger Kandidat etablieren.

Benötigen Sie Unterstützung im Wahlkampf?

Wir helfen Ihnen gerne, Ihren Wahlkampf digital sinnvoll zu verzahnen oder unterstützen Sie beim Politmarketing im Amt. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Telefon: +49 (0)251 660 899 44
E-Mail: info@elschundfink.de

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Über den Autor
Simone Gerhardt

Simone Gerhardt

hat ihren Master der digitalen Medienkommunikation an der RWTH Aachen absolviert, um im Anschluss für elsch&fink im Bereich Text, Konzeption und Social Media tätig zu werden. Die Vorliebe für sprachliche Feinheiten und den digitalen Wahnsinn begeistern sie für ihre Arbeit im Onlinemarketing.

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