SEO – Auf der Etappe zum Google-Gipfel

Mit der Abkürzung SEO verhält es sich wie mit vielen Begriffen, die im Trend liegen. Entweder man ist sehr interessiert und engagiert am Thema dran oder man lehnt es kategorisch ab, schließlich haben die meisten Trends die Lebensdauer eines in der Sonne hängenden Eiszapfens.

Aber diese Annahme funktioniert bei SEO nicht – jeder Webseiten-Inhaber sollte wissen was hinter dem Begriff steckt, wenn ihm daran liegt, dass seine Seite gut besucht wird.

Bitte einmal ganz von vorne – Was heißt denn SEO überhaupt?

SEO steht für „Search Engine Optimization“. Übersetzt in ein einziges deutsches Wort: Suchmaschinenoptimierung. Das Wort ist etwas irreführend. Bei SEO geht es natürlich nicht um die Optimierung der Suchmaschine als solche, sondern um ein verbessertes Auffinden von Webseiten innerhalb der Trefferlisten von Google, Yahoo, Bing etc..

Jedem Website-Inhaber ist natürlich daran gelegen, dass er im Suchmaschinen-Ranking auf den obersten Plätzen erscheint.

Warum eigentlich – wozu der ganze Aufwand?

Ganz einfach: Immerhin dienen Suchmaschinen weit über 80% der Internetnutzer als erste Anlaufstelle in Sachen Online-Recherche. Ganz gleich, ob es dabei um Informationsfindung zu einem bestimmten Thema, Auskunft über die beste Gaststätte der Stadt oder das Shoppen von neuen Schuhen geht. Neun von Zehn Nutzern bedienen sich dabei ihrem Smartphone.

Neun von zehn nutzen Google mobil.

Ein hoher Platz in der Liste der Suchergebnisse heißt schließlich hohe Besucherzahlen – niemand klickt sich bei der Googlesuche bis auf Seite 32 durch, um dann einen Treffer auszuwählen. Wir gehen doch immer wieder auf die Treffer, die auf Seite eins landen. Woran liegt das eigentlich? Sind wir einfach klickfaul oder erwarten wir auf der ersten Trefferseite Webseiten höchster Qualität und wahre Informationsschätze? Der Qualitätsgedanke ist gar nicht einmal abwegig. Denn die Qualität der Website entscheidet über das Ranking in der Suchmaschine.

Im Auftrag der Qualitätssicherung

Um zu verstehen, wie SEO funktioniert, müssen wir also zunächst verstehen, wie Suchmaschinen eigentlich arbeiten. Wir versuchen dies einmal am Giganten Google zu veranschaulichen.

Damit Google interessante Treffer auflisten kann, müssen die schier endlos hohen Gipfel des World Wide Webs immer wieder aufs Neue entdeckt werden. Diese unendliche Expedition übernehmen so genannte Webcrawler, die die Webseiten nach Aktualität, Inhalte und Vorkommen von nutzergestellten Suchbegriffen erkundschaften.

Sie untersuchen die Seiten-Quellcodes und kraxeln von Link zu Link, die sie auf den Webseiten finden. Bilder und Grafiken können die Crawler nicht lesen, genauso wenig wie Flash. Daher stürzen sie sich auf die Textanteile einer Website.
Der ominöse Google Algorithmus vermerkt und bewertet die gesammelten Informationen. Er pickt die Fundstücke heraus und nimmt sie in einen Index auf. Das Ergebnis dieser immer währenden Expeditionen: Die gefundenen Websites werden anhand ihrer Qualität in einem Ranking sortiert – die Besten der Besten gipfeln dann in den Top-Ten der Google-Suchergebnisse.

Für Google ist die Webseiten-Qualität alles.

Google behält die Arbeitsweise des Algorithmus unter Verschluss und dieser wird auch immer wieder abgewandelt (ca. 200 Mal im Jahr). Was allerdings bekannt ist: Einer der wichtigsten Faktoren, die ausschlaggebend, sind um im Index aufgenommen zu werden, war und ist der sogenannte Pagerank. Dieser sagt aus, wie oft auf eine Webseite verwiesen wird. Hohe Verlinkung deutet logischerweise auf viele zufriedene Nutzer und folgernd auf gute Inhalte hin.

Keywords liegt ein Schlüssel inne

Nun ist eine Frage immer noch ungeklärt: Wie schafft es eine Webseite an die Spitze des Google-Rankings, wenn sie nicht mit vielen Backlinks (Rück-Verlinkungen) ausgerüstet ist?

Dem Verschluss des Algorithmus ist es zu verdanken, dass das niemand so ganz genau weiß und vorab muss eines klar sein: Es ist nahezu unmöglich es auf den ersten Treffer im Ranking zu schaffen. Selbst wenn man unter den ersten acht Treffern auftaucht, heißt das nicht, dass es auf Dauer so bleibt. Da der Algorithmus sich ständig verändert, verändert sich auch das Ranking.

Dann kann man es ja auch gleich sein lassen …

Irrtum: Die Praxis zeigt, dass die Mühe sich lohnt. Es gibt viele Spekulationen, Theorien und auch erprobte Vorgehensweisen, die man unter dem Kürzel SEO zusammenfassen kann. Eines erscheint wohl jedem logisch: Wenn eine Suchmaschine durch die eingegebenen Fragen und Suchbegriffe der Nutzer funktioniert, dann muss der Inhalt einer Website zwangsläufig die gesuchten Begriffe (man spricht hier von Keywords) enthalten, wenn sie vom Nutzer gefunden werden soll.

Die Keyword-Findung

Woher soll man denn wissen, welche Begriffe in Google eingetippt werden? Die Antwort auf diese Frage liefern so genannte Keyword-Datenbanken, die die am häufigsten angefragten Suchbegriffe auflisten. Einige Begriffe werden nämlich deutlich häufiger in die Tastatur gehauen als andere. Ein kostenloses Keyword tool findet ihr beispielsweise unter keywordtool.io – probiert es einfach mal anhand diverser Begriffe aus.

Tatsächlich ist es aber so, dass die wenigsten Suchmaschinennutzer einzelne Wörter eingeben. Der Trend geht sogar dahin, dass komplette Fragesätze eingetippt werden. Zum Beispiel: „Wie hoch ist der Mount Everest?“ anstatt „Höhe Mount Everest“.

Das bedeutet für Websites, die gerne ganz oben im Google-Ranking erscheinen wollen: Mut zu mehr Text! Wenn die Suchanfrage eines Nutzers aus einem kompletten Satz und somit aus mehreren Keywords besteht, muss auch genügend Material für die Crawler da sein, damit sie den Text der Website untersuchen und mit der gestellten Suchanfrage in Verbindung bringen können.

Keywords sind der Schlüssel zur Auffindbarkeit.
Wissen ist Macht!

Zukünftig wird es auch aus einem anderen Grund wichtig, durch fundierte Seiteninhalte aufzufallen. Seit 2012 arbeitet Google unermüdlich am „Knowledge Graph“. Informationen zu populären Suchanfragen werden zusammengetragen und direkt in den Suchergebnissen angezeigt. Dies ist euch sicherlich bekannt. Ihr tippt den Suchbegriff „Wetter NRW“ ein und prompt erscheint über den Suchergebnissen die aktuelle Wetterlage und noch dazu eine Aussicht auf die kommenden Tage. Wozu sollte man da noch auf Suchergebnisse klicken? Dies könnte fatale Folgen für sehr viele Webseiten haben. Man kann der Google-Übermacht aber entgegensteuern, indem man durch informativen und ausführlichen Seiteninhalt die Besucher auf seine Seite holt.

Die semantische Such-Zukunft

Google wird immer intelligenter und neugieriger. Zukünftig zählen nicht mehr nur die eingegebenen Keywords, sondern Google bemüht sich darum, dem Suchenden das bestmögliche Ergebnis zu liefern, indem er so viele Informationen über den Nutzer sammelt wie nur möglich. Kleines Beispiel: Der Nutzer sucht anscheinend eine Bank, weil er als Keywords „Geld abheben Bank“ eingegeben hat. Google will nun wissen: Wo hält er sich gerade auf? Bei welcher Bank ist er Kunde und wo liegt die nächste Filiale dieser Bank? Als Suchergebnis bekommt der Nutzer die Information, dass er zwei Straßen weiter den nächsten Geldautomaten findet.

Noch sind dies zwar Zukunftsmelodien, aber es wird zur Realität werden. Weiterhin hat auch Google erkannt, dass die Themen Marketing und Werbung sich in Zukunft im Web eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Google will den Unternehmern an dieser Stelle eine helfende Hand reichen und rief vor kurzem „Think with Google“ ins Leben. Eine Plattform, die Unternehmern alles Wissenswerte rund um den Suchmaschinen-Giganten selbst und Trends in Sachen Werbung und Marketing bietet.

Die Mischung macht’s

Abgesehen von Keywords und Links erforschen die Crawler aber noch weitere wichtige Faktoren einer Website, um diese anschließend als wertvoll oder nicht im Index zu ranken. Wie ist die Seite allgemein aufgebaut? Gibt es eine klare Struktur, eine aufgeräumte Sitemap? Existieren Unterseiten, die inhaltlich genauso wertvoll sind wie die Homepage und gibt es Überschriften, die die Inhalte gliedern? Wie ist die Ladegeschwindigkeit der Seite?

Ein Bild spricht durchaus Worte

Wie schon erwähnt, können Crawler keine Bilder und Videos lesen, aber die Größe des vorhandenen Bildmaterials erkennen sie und diese ist wesentlich, wenn es um die Qualität der Seite geht. Bilder sollten möglichst kompakt gehalten werden, da es sich sonst negativ auf die Ladezeiten auswirkt. Weiterhin ist auch ein vorhandener alt-Text, der Keywords enthält, wichtig – Crawler können diesen auswerten.

seo_alt-text_bild_google

Wenn man demnach als Webseiten-Betreiber bemüht ist, diese Faktoren zu verbessern und den Crawlern zu verstehen geben will „Meine Seite bietet einen Mehrwert für den Nutzer – bitte listet mich weit oben in den Suchergebnissen“, dann betreibt er aktiv SEO.

Googles Herz für Nutzer

Aber was hält Google eigentlich von der Idee, die eigene Webseite auf Vordermann zu bringen, damit man zu den Top-Treffern der Suchergebnisse zählt? Im Prinzip kann SEO ja auch als reine Manipulation angesehen werden.

Google würde es fern liegen, Einwand zu erheben, wenn eine Seite durch Verbesserung des Inhaltes, der einen Mehrwert für die Nutzer darstellt, in der Suchauflistung auf die vorderen Plätze rutscht.

Der böse Ruf von SEO

Aber wenn man sich die genannten Faktoren anguckt, die sich positiv auf die Auffindbarkeit im Netz auswirken, liegt der Gedanke nahe, dass man diese auch böswillig missbrauchen kann. Vermehrte Linksetzung, vor allem zu minderwertigen Webseiten, Wiederholung gleicher Inhalte an unterschiedlichen Stellen, um die Keyworddichte zu erhöhen oder Irreführung der Crawler – hier hört für Google der Spaß auf. Es drohen Herabstufungen im Ranking oder ein Eintrag in der Blacklist, was zur Folge hat, dass die Website im Netz praktisch unsichtbar wird. Deshalb wurden Richtlinien verfasst, die klar definieren, was in Hinblick auf SEO erlaubt ist (Stichwort „White Hat SEO“) und was die Richtlinien verletzt („Black Hat SEO“).

Google arbeitet natürlich unermüdlich an der Optimierung der Suchergebnisse. Womöglich habt ihr schon mal den Begriff „Hummingbird“ im Zusammenhang mit Google aufgeschnappt. Dahinter verbirgt sich kein schwirrendes Vögelchen, sondern ein Update des Algorithmus, der nun in der Lage ist den Sinnzusammenhang kompletter Sätze und nicht mehr nur einzelner Wörter zu erfassen. Vor dem Kolibri-System gab es aber schon durch Googles „Panda“ eine kleine Revolution. Darunter versteht man eine Verbesserung der Ausgrenzung von werbeüberfüllten Webseiten.

Ihr seht, Google liegt ausschließlich das Wohl des Suchenden am Herzen – findet dieser Antwort, bleibt Google in Benutzung.

Der Unterschied zu SEA

Neben SEO existiert auch die Bezeichnung SEA. „Search Engine Advertising“. Der Name lässt schon vermuten, dass es sich hier um bezahlte Suchmaschinenoptimierung handelt, oder um genauer zu sein, um gekaufte Werbeanzeigen. Euch ist sicherlich der Begriff „Google Advertising“ geläufig. Hier wird bezahlte Werbung deutlich sichtbar über bzw. neben den Suchergebnissen positioniert.

Die wichtigsten Unterschiede übersichtlich zusammengefasst:

SEOSEA
– nicht bezahlt– bezahlt
– langfristig angelegt– Steuerung über Anzeige und Texte
– Google Algorithmus bestimmt das Ranking– schnell startbar und jederzeit änderbar
– Content ist sehr wichtig– Budgetkontrolle
– Webseite muss mobil optimiert sein– läuft als Auktion: Angebot und Nachfrage

Die Zufriedenheit des Nutzers liegt Google am Herzen.

 

SEO kompakt – Wir fassen noch einmal zusammen

  • SEO betreibt man dann, wenn das Ranking für eine Website in den Suchmaschinen verbessert werden soll.
  • Das Ranking bestimmen Crawler, die Webseiten erkundschaften und festlegen, ob eine Website qualitativen Nutzen für den Besucher hat.
  • Ausschlaggebend für die Crawler sind das Vorkommen von Keywords, Inhalt und Text, Links, Aufbau und Aktualität der Seite.
  • Google ist mit SEO nur insofern einverstanden, dass versucht wird, durch erhöhte Qualität und klare Strukturen der Website ein besseres Ranking zu erzielen.
  • Für Suchmaschinen ist die Zufriedenheit des Nutzers das Maß aller Dinge. Der Nutzer soll Webseiten finden, die ihm eine Hilfe sind und guten Inhalt bieten.

Jetzt schwirrt euch sicherlich der Kopf. Verständlich, denn das war eine ganze Menge an Informationen auf einmal. Wir gönnen euch eine kurze Rast – lasst das neue Wissen erst einmal sacken, auch wenn ihr direkt in die Praxis starten wollt. Der Mount Everest wurde schließlich auch nicht an einem Tag erklommen.

Im nächsten Artikel erklären wir euch dann detailliert und Schritt für Schritt, wie das mit der Suchoptimierung praktisch umzusetzen ist. Bleibt also dran!

 

Bildquellen: stocksnap.io (unter CC0)

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Über den Autor

Jana Viefhues

Junior Account Managerin – mit Herzblut.

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