Social-Media-Marketing: Mit 5 Fragen zur passenden Plattform

Pinterest, Instagram, YouTube, Xing, LinkedIn oder doch der Allrounder Facebook? Welcher Kanal eignet sich für mein Unternehmen? Mit diesen fünf Fragen finden Sie heraus, in welchen Social-Media-Kanal Sie investieren sollten – und in welchen nicht.

Wie finde ich den richtigen Kanal?

Bevor Sie Ihr Budget, Ihre Arbeit und wertvolle Zeit in einen Kanal stecken, der gar nicht zu Ihnen passt oder – noch schlimmer – planlos in alle Kanäle auf einmal und so einen Haufen Arbeit in den Wind schießen, geben wir Ihnen einen Leitfaden an die Hand, wie Sie den richtigen Kanal finden.

Große Streuverluste und vergebene Liebesmüh braucht keiner. Ihr Social-Media-Marketing soll effektiv wirken und dafür brauchen Sie die passende Plattform.

Diese fünf Fragen sollten Sie beantworten, bevor Sie sich auf ein Netzwerk festlegen!

Frage 1: Was sind meine Ziele?

Ihre Unternehmensziele (genau wie Ihre Zielgruppe) sollten Sie klar definieren und sich bei allem vor Augen führen, was Sie marketingmäßig in Angriff nehmen. Wenn es um die Wahl Ihrer Social-Media-Plattform geht, sollten Sie zusätzlich Ihre spezifischen Ziele für Ihre Aktivitäten in den sozialen Medien festlegen. Was möchten Sie durch Ihre Maßnahmen dort erreichen?

Möchten Sie zum Beispiel speziell:

  • Ihre Reichweite erhöhen?
  • Ihre Marke im Netz sichtbarer machen?
  • Ihre Conversion-Rate steigern? In Bezug worauf?
  • eine engere Kundenbindung schaffen?
  • neue Kunden gewinnen?
  • neue Mitarbeiter anwerben?
  • Kooperationspartner finden?
  • Ihr Image verbessern?
  • mehr Feedback erhalten?
  • Ihren Kundenservice erweitern?

Nicht jede Plattform ist für jedes Ziel gleich gut geeignet.

Tipps für die Zielsetzung

Es gibt viele Vorhaben, die Sie mit Social-Media-Marketing in die Tat umsetzen können. Wichtig ist, dass Ihre Ziele klar und konkret sind.

SMART-Formel

Wenn Sie Ihre Ziele formulieren, kann es hilfreich sein, auf die SMART-Formel zurückzugreifen. Die Formel stammt ursprünglich aus dem Projektmanagement. Sie können sie aber problemlos für Ihre Social-Media-Strategie anwenden. Wenn Sie Ihre Ziele festlegen, dann prüfen Sie sie auf folgende Eigenschaften:

S – spezifisch: Haben Sie Ihre Ziele so eindeutig und präzise wie möglich formuliert?

M – messbar: An welchen Kriterien können Sie das Erreichen Ihrer Ziele messen?

A – akzeptiert: Werden die Ziele akzeptiert, weil Sie angemessen sind?

R – realistisch: Sind die Ziele realistisch zu erreichen?

T – terminiert: Gibt es eine klare Vorgabe, bis wann das Ziel erreicht sein soll?

Zum Beispiel

“Ich möchte durch meinen Xing-Auftritt neue Mitarbeiter für mein Unternehmen gewinnen” ist definitiv nicht konkret genug.

Besser: “Bis zum 15. Oktober möchte ich mithilfe von zwei organisch veröffentlichten Stellenausschreibungen bei Xing und Facebook sowie dem einmaligen aktiven Anschreiben von geeigneten Bewerbern bei Xing fünf Personen zu einem Vorstellungsgespräch als Grafikdesigner einladen”.

Das Ziel ist terminiert auf den 15. Oktober und es ist klar messbar: Sind fünf Personen eingeladen? Es ist zudem realistisch, weil der Zeitraum groß genug gewählt ist und die Maßnahmen angemessen sind. Es ist spezifisch dargelegt, womit das Ziel erreicht werden soll.

Nicht: “Ich möchte mithilfe von Facebook die Kundenbindung erhöhen”.

Sondern: “Um die Kundenbindung zu erhöhen, möchten wir die Anmeldungen zu unserem Newsletter im kommenden Monat um 5% steigern, indem wir in unserem Facebookprofil auf unseren Newsletter hinweisen und zusätzlich durch Posts bei Facebook ankündigen, wenn es einen neuen Newsletter gibt”.

Maßnahmen und Kennzahlen

Wichtig ist, dass Sie nicht nur Ziele festlegen, sondern auch Maßnahmen, mit denen Sie die Ziele erreichen können und Kennzahlen, die das Erreichen dieser Ziele messen. Das beeinflusst, welcher Kanal sinnvoll ist.

Neue Mitarbeiter und Kooperationspartner finden Sie zum Beispiel über Xing, LinkedIn oder Facebook einfacher als auf einer rein visuellen Plattform. Instagram und YouTube sind ungewöhnliche Recruiting-Kanäle, aber auch das kann funktionieren, wenn es zu Ihrem Unternehmen und Ihren Zielen hinsichtlich der Bewerberauswahl passt.

Ein Beispiel für eine eher ungewöhnliche Recruiting-Aktion ist das Facebook-Video einer Glaserei, die einen Azubi sucht und das mehr als vier Millionen Mal aufgerufen wurde (Stand August 2018). Das Video war so erfolgreich, dass die Glaserei nun ein zweites Video hinterher schickt, in dem sie mit einem Blanko-Arbeitsvertrag neue Mitarbeiter sucht.

Teilziele festlegen

Eine weitere Möglichkeit, Ihre Ziele zu konkretisieren, ist Teilziele festzulegen.

Zum Beispiel: Innerhalb der nächsten zwei Wochen möchte ich Stellenausschreibungen bei Facebook, Xing, LinkedIn und auf meiner Webseite veröffentlichen. Bis zum 15. Oktober möchte ich aussagekräftige Kandidaten zu einem Bewerbungsgespräch einladen. Bis zum 15. November möchte ich mir einen geeigneten Pool an Bewerbern aufgebaut haben. Bis Ende des Jahres möchte ich zwei davon eingestellt haben.

Oder: Bis zum 15. Januar möchte ich Kooperationspartner für Projekte im Ausland gewinnen. Bis September möchte ich einen Liste mit potentiellen Partnern erstellt haben und bis Oktober möchte ich mit der ersten Hälfte telefonisch Kontakt aufgenommen haben.

Auf welcher Social Media Plattform ist die Zielgruppe?

Frage 2: Wer ist meine Zielgruppe?

Wenn Ihre Ziele klar sind, müssen Sie Ihre Zielgruppe definieren. Eine ausführliche Zielgruppenanalyse gehört genauso zum Social-Media-Marketing wie die Wahl des richtigen Kanals. Nur wenn Sie wissen, wen Sie ansprechen möchten, können Sie Ihren Content darauf zuschneiden und Social Media für Ihr Marketing zielführend nutzen.

Sie können noch so aufwendige, gut durchdachte Instagram-Posts veröffentlichen – wenn Ihre Zielgruppe sich gar nicht bei Instagram aufhält, dann haben Sie ein Problem.

Um herauszufinden, auf welchen Plattformen Ihre Zielgruppe aktiv ist, müssen Sie also erstmal wissen, wer überhaupt Ihre Zielgruppe ist.

Sie stimmen wahrscheinlich zu: Ohne die Zielgruppe zu kennen, klappt auch das Marketing nicht. In der Praxis wird dieser Schritt aber häufig übersprungen. Denn die Zielgruppe definieren Sie nicht nach Bauchgefühl und Wunschdenken, sondern durch eine Zielgruppenanalyse.

Was kennzeichnet meine Zielgruppe? Welche Wünsche und Begierden hat meine Zielgruppe? Welche Probleme und Herausforderungen? Welche Sprache benutzt Sie?

Je genauer Sie Ihre Zielgruppe ausarbeiten und je enger Sie diese eingrenzen, desto besser können Sie sie ansprechen und sicherstellen, dass Sie sie auch erreichen. Das Erstellen von Personas ist dabei sehr hilfreich.

Frage 3: Auf welchem Kanal ist meine Zielgruppe aktiv?

Haben Sie Ihre Zielgruppe klar definiert, dann müssen Sie sie in den sozialen Medien finden. #socialmediamarketing #euf Klick um zu Tweeten

Um herauszufinden, auf welchen Kanälen sich Ihre Zielgruppe aufhält, sehen Sie sich in einem ersten Schritt aktuelle Statistiken verschiedener Social-Media-Plattformen an.

Lassen Sie sich von dem Wort “Statistik” nicht verschrecken – das ist eine einfache Art, um mehr über die aktuellen Nutzerzahlen der Plattform und die demographischen Angaben ihrer Nutzer zu erfahren. Es bringt Sie einen großen Schritt weiter auf der Suche nach dem passenden Ort für Ihren Social-Media-Auftritt.

Informieren Sie sich:

  • Wie viele Nutzer verwenden die Plattform weltweit?
  • Wie viele Nutzer sind in Deutschland bzw. Ihrem Zielland aktiv?
  • Welche Altersgruppe ist wie stark vertreten?
  • Welches Geschlecht ist wie stark vertreten?
  • Welche anderen Eigenschaften weisen die Nutzergruppen auf?

Aktuelle Zahlen

Weltweit verwenden derzeit zum Beispiel 1 Milliarde Nutzer Instagram, davon sind 500 Millionen täglich auf der Plattform aktiv. Die letzten Nutzerzahlen aus Deutschland gab es im August 2017, da waren es 15 Millionen aktive Nutzer.

Zum Vergleich: Facebook hat 31 Millionen aktive Nutzer in Deutschland (Stand September 2017) und derzeit ungefähr 2,3 Milliarden Nutzer weltweit.

Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen bildet die größte Nutzergruppe von Instagram, gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen. Im Januar 2018 waren 128 Millionen Instagram-Nutzer weiblich und zwischen 18 und 24 Jahre alt. 117 Millionen User der Altersgruppe waren männlich.

Das bedeutet für Sie:

Sprechen Sie mit Ihrem Content eine junge Zielgruppe an, ist Instagram möglicherweise der richtige Kanal für Sie. Möchten Sie mit Ihrem Content eine deutlich höhere Altersgruppe ansprechen, bietet zum Beispiel Facebook mehr Reichweite.

Wie gestaltet sich die Interaktion?

Im nächsten Schritt müssen Sie herausfinden, wie Ihre Zielgruppe auf der jeweiligen Plattform agiert. Es reicht nicht, dass Ihre Zielgruppe auf der Plattform angemeldet ist, im Idealfall sollte sie auf die Inhalte dort auch reagieren und mit anderen Profilen interagieren, zum Beispiel durch Likes, Kommentare, das Ansehen von Stories, dem Folgen von Unternehmensprofilen oder dem Teilen von Beiträgen.

  • Ist meine Zielgruppe auf der Plattform auch aktiv?
  • Wofür verwendet sie die Plattform?
  • Interagiert sie mit Content, anderen Nutzern, Unternehmen, Marken?
  • Verwendet sie verschiedene Funktionen der Plattform?
  • Nutzt sie die Plattform für Freunde oder sind auch Unternehmenskontakte interessant?
  • Wie drückt sie sich auf der Plattform aus?

Um das herauszufinden, können Sie das Verhalten Ihrer Zielgruppe auf den verschiedenen Kanälen gezielt beobachten und Ihre Beobachtungen mit aktuellen Statistiken abgleichen.

Aktuelle Zahlen

400 Millionen der eine Milliarde weltweit aktiven Nutzer verwenden die Instagram Story jeden Tag. 60 Prozent der Stories werden mit Ton abgespielt.

Die tägliche Verweildauer bei Nutzern unter 25 Jahren liegt bei 32 Minuten, bei den Nutzern über 25 Jahren liegt sie bei 24 Minuten.

Es gibt 25 Millionen Unternehmensprofile weltweit. 80 Prozent der Instagram-Nutzer folgen mindestens einem Unternehmen. 200 Millionen Menschen rufen jeden Tag Unternehmensprofile bei Instagram auf.

Das bedeutet für Sie:

Statistiken liefern viele Zahlen. Ihre Aufgabe ist es, die rauszupicken, die Ihre Zielgruppe beschreiben.

Ihre Zielgruppe verbringt im Durchschnitt viel Zeit in dem Netzwerk? Sie ist nicht nur angemeldet, sondern auch aktiv? Sie nutzt die Funktionen, wie zum Beispiel die Instagram Stories, und ist grundsätzlich bereit, auch Marken und Unternehmen Aufmerksamkeit zu schenken? Dann sind Sie auf dem richtigen Weg, all das spricht für den Kanal.

Nach Einrichtung Ihrer Kanäle:

Sind Ihre Kanäle erst einmal eingerichtet und das Social-Media-Marketing im vollen Gange, geht es weiter: Analysieren, analysieren analysieren. Nutzen Sie Analyse-Tools für die einzelnen Kanäle, wie zum Beispiel Facebook Analytics. Testen Sie verschiedene Formate und Funktionen, werten Sie das Verhalten Ihrer Nutzer aus, stellen Sie dementsprechend Ihre Maßnahmen neu ein und passen Sie Ihre Strategie an.

Frage 4: Welche Strukturen hat der Kanal?

Dass Ihre Zielgruppe vertreten und aktiv ist, ist ein wichtiger Hinweis für die richtige Wahl des Social-Media-Kanals. Das allein reicht aber nicht – der Kanal muss auch zu Ihnen passen.

  • Welche Eigen- und Besonderheiten hat das Netzwerk?
  • Welche Strukturen gibt es?
  • Welche Funktionen gibt es, die Sie nutzen können oder eben nicht?

Verschiedene Plattformen und Strukturen

Instagram ist zum Beispiel eine stark visuelle Plattform, bei der hochwertige Fotos und kurze Videos oder Stories im Vordergrund stehen. Ebenso stark visuell ist Pinterest, auch wenn Pinterest eher eine visuelle Suchmaschine darstellt.

YouTube bietet als Videoplattform Platz für ausführliche Tutorials.

Hintergrundinformationen und Schnappschüsse, zum Beispiel von einem Event, passen in eine Instagram Story, die Facebook Story oder auch zu Snapchat. Allerdings wird bei Snapchat der Content nicht gespeichert, sondern nach 24 Stunden gelöscht.

Xing ist das berufliche Netzwerk für den deutschen Markt, LinkedIn das globale Pendant.

All das müssen Sie bei Ihrer Wahl bedenken.

Das bedeutet für Sie:

Lernen Sie die Eigenheiten und Strukturen Ihrer bevorzugten Plattform kennen und berücksichtigen Sie diese bei Ihrer Entscheidung. Welche Strukturen möchte ich nutzen? Was ist sinnvoll für mein Vorhaben?

Werfen Sie einen Blick auf Ihre Mitstreiter

Ebenfalls hilfreich: Einen Blick auf die Konkurrenz werfen. Auf welchen Kanälen treten sie auf? Wie treten sie mit den Kunden in Kontakt? Ist das sinnvoll – auch für Sie? Oder wählen Sie bewusst andere Kanäle? Wofür nutzen andere Unternehmen die Funktionen?

Ein Blick auf Ihre Mitstreiter kann Ihnen zusätzlich Anregungen liefern.

Frage 5: Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung?

Die unterschiedlichen Social-Media-Plattformen bedürfen unterschiedlich viel Pflege. Daher sollten Sie vorab klären:

  • Welche Art von Content möchte und kann ich produzieren? (Videos, Bilder, Texte, lange Inhalte, kurze Inhalte …)
  • Habe ich dafür die nötige Ausrüstung? (Eine gute Kamera, ein Schnittprogramm etc.)
  • Möchte ich bezahlt oder organisch werben?
  • Welches Budget steht mir zur Verfügung?
  • Wie oft möchte ich Beiträge teilen?
  • Wer übernimmt das?
  • Wer reagiert auf Feedback?
  • Wird jemand extra dafür bezahlt? Oder fällt diese Arbeit zusätzlich an?
  • Wie viel Zeit möchte ich investieren?

Es ist zum Beispiel sicherlich mit mehr Aufwand verbunden, ein YouTube-Video zu drehen, zu schneiden und zu veröffentlichen als eine Instagram Story zu teilen. Instagram Stories und Snapchat-Elemente verschwinden nach 24 Stunden wieder, ein YouTube-Video bleibt langfristig im Netz. Dennoch muss auch die Story sauber aufbereitet werden und gerade wenn von Events berichtet wird, benötigen Sie dafür geeignete Mitarbeiter.

Facebook und Instagram müssen zudem tendenziell häufiger bespielt werden als beispielsweise Xing oder YouTube. Und bei Snapchat versiegt Ihr Content sofort, da müssen Sie noch häufiger Inhalte teilen, um im Gedächtnis der Nutzer zu bleiben.

All das sind Überlegungen, die Sie im Vorhinein treffen sollten. Passen meine vorhandenen Ressourcen zu den Eigenschaften der Plattform?

Fazit

Den richtigen Social-Media-Kanal finden Sie aus der Schnittmenge dieser fünf Fragen. Hangeln Sie sich an den Fragen entlang, bevor Sie sich ins Social-Media-Marketing stürzen und entscheiden Sie sich auf Basis dessen für einen Kanal.

So können Sie Streuverluste minimieren und gezielt dort werben, wo sich Ihre Zielgruppe aufhält sowie das Format nutzen, welches zu Ihnen passt. Das spart Zeit und Geld!

Für effektives Marketing wählen Sie den Kanal, auf dem Ihre Zielgruppe nicht nur vertreten, sondern auch aktiv ist, der mit seinen Strukturen und Merkmalen zu Ihnen, Ihren Zielen und Ressourcen passt. Dann gelingt ein guter Start ins Social-Media-Marketing!

PS: Angst vorm Shitstorm? Wir erklären Ihnen, warum das in den meisten Fällen vollkommen unbegründet ist und wie Sie auch das souverän meistern, falls es doch einmal dazu kommen sollte – eine Abwehrstrategie in 10 Schritten.

Über den Autor

Simone Gerhardt
Simone Gerhardt
web- & textsicher

keine Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar