Digitaler Wahlkampf ist wie ein klassisches Konzert

Warum digitaler Wahlkampf wie ein klassisches Konzert ist

In Strategie & Beratungvon Frauke ReimringerSchreiben Sie einen Kommentar

Der klassische Offline-Wahlkampf ist generell sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv, aber auch der reine Online-Wahlkampf darf nicht unterschätzt werden. Oft begegnet einem die Annahme, dass die Kandidaten den digitalen Wahlkampf nebenher betreiben können. Einfach eine Webseite basteln, hier und da auf Facebook posten und fertig ist die Kiste. Warum digitaler Wahlkampf mehr ist als das, viel Geld kostet, aber auch viel Spaß macht und was klassische Konzerte damit zu tun haben, erfahren Sie hier.

Wenn wir sagen, dass Online-Wahlkampf viel Arbeit macht, dann bedeutet das viel Arbeit für alle Beteiligten. Sowohl für den Kandidaten als auch für uns als betreuende Agentur stecken hinter einem runden Online-Auftritt zahlreiche schweißtreibende Arbeitsstunden und noch mehr Herzblut. Es soll ja nicht so klingen, als wenn wir uns verknechten würden. Wir sind das Ganze bisher mit sehr viel Leidenschaft angegangen und haben uns bis nach dem Wahlsieg für den Kandidaten eingesetzt. Dass viele Mitdenken hat uns täglich gefordert und gehörig Spaß gemacht.

Die tägliche Routine im digitalen Wahlkampf

Wir haben bisher zwei Wahlkampfprojekte betreut – und zwar sehr erfolgreich. Sowohl Herr Borgmann aus Lüdinghausen als auch Herr Gryschka aus Bad Salzdetfurth haben es mit unserer digitalen Unterstützung zum Bürgermeister geschafft. Über mehrere Wochen haben wir uns täglich dafür eingesetzt, die Aussagen der Kandidaten digital ins rechte Licht zu rücken. Bei Herrn Gryschka waren wir zusätzlich noch im Printbereich und beratend aktiv.

Täglich grüßt das digitale Murmeltier

So lässt sich der Büroalltag in der Wahlkampfphase beschreiben: Rechner hochfahren, E-Mails auf Post vom Kandidaten checken, Facebook & Co hinsichtlich neuer Kommentare auf der Kandidatenseite überprüfen sowie nachsehen, was die Konkurrenten treiben. Außerdem haben wir die Tageszeitung für den jeweiligen Wahlkreis gelesen – ja, tatsächlich, auch eine Digitalagentur liest Zeitung. Immerhin haben wir die E-Paper-Version gelesen, aber oftmals hat uns “unser” Kandidat Zeitungsartikel abfotografiert und zugemailt.

Digitaler Wahlkampf: Mit Social Media im Wahlkampf punkten

Nicht nur die eigene Facebookseite sowie die der Konkurrenz haben wir auf neue Kommentare untersucht, sondern auch die Beiträge der Tageszeitung bei Facebook. Bei Instagram haben wir uns ebenfalls umgesehen sowie auf den Webseiten der Kandidaten, sofern eine vorhanden war. Dazu kamen die häufigen Telefonate mit dem Kandidaten, um uns den neuesten Klatsch und Tratsch, aber auch harte Fakten aus der Stadt zu überliefern: Wer war bei der Podiumsdiskussion am Vorabend auffällig laut, wer saß neben wem, wer wollte sich nicht zu einem Thema positionieren?

All diese Arbeitsschritte läppern sich zu einem ansehnlichen Haufen Arbeit zusammen. Zwei Wahlkampfprojekte gleichzeitig betreuen? Unmöglich! Nicht nur vom Arbeitsaufwand her könnten wir das nicht bewältigen, sondern auch wegen der Begeisterung: Unser Feuer brennt immer nur für einen Wahlkampf.

Ganz oder gar nicht: Digitaler Wahlkampf bedeutet Leidenschaft

Für uns gilt ganz klar: Wir lieben, was wir tun, und wir fiebern mit. Schnell ist uns das ganze Projekt ans Herz gewachsen. Wir wollten, dass „unser“ Kandidat gewinnt, und das nicht nur, weil er dafür viel Geld bezahlt. Wir haben uns tagtäglich dafür begeistert, die Kandidatenaussagen unters Volk zu bringen, seinen Ideen sprachlich den letzten Feinschliff zu verpassen und mit den passenden Marketinginstrumenten die Reichweite und auch die Interaktion anzukurbeln. Letzteres auch gerne einmal mit einem fachlichen Angriff auf die Konkurrenz. Natürlich alles sachlich und korrekt belegt, wilde Stimmungsmache liegt uns allen fern.

Digitaler Wahlkampf von elsch&fink aus Münster

Nicht nur einmal haben wir abends noch privat von zu Hause aus eine Podiumsdiskussion auf Facebook live verfolgt oder die ersten Hochrechnungen in einer App. Normalerweise achten wir bei elsch&fink auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance (um mal ein schönes Agentur-Buzzword einzubringen), aber hier hat es einfach so sehr gefesselt, wir mussten einfach dabei sein, anstatt es am nächsten Morgen aus der Zeitung zu erfahren.

Digitaler Wahlkampf bedeutet, das gegenwärtige Geschehen im Wahlkreis stets zu überblicken. Die gesamte Dynamik der verschiedenen Medien muss man als betreuende Agentur auf dem Radar haben. Schon in der Konzeptphase bedenken wir die verschiedenen Plattformen und ihre Eigenheiten: Welche Themen sollen wo veröffentlicht werden, welche Wählergruppen möchte der Kandidat wo erreichen?

Digitaler Wahlkampf ist ein Konzert

Wir haben zusammen mit dem Kandidaten eine Dramaturgie entwickelt, ein Musikstück komponiert, das am Wahltag seinen Höhepunkt findet. Wir vergleichen den Online-Wahlkampf gerne mit einem klassischen Konzert: Es spielen zahlreiche Instrumente mit, und wenn man eins davon einfach weglässt, besteht die Gefahr, dass eine Kakophonie erklingt. Was zunächst kryptisch klingt, soll einfach nur verdeutlichen, wie wichtig die einzelnen Komponenten sind. Lässt man in einem klassischen Musikstück mehrere Bläser weg, klingt es unschön.

Im digitalen Wahlkampf ist es ebenso: Wenn man auf bestimmte Dinge verzichtet oder nur halbe Sachen macht, kann das Ganze in die Hose gehen. Digitaler Wahlkampf nur mit einer Webseite, ohne soziale Medien funktioniert nicht. Digitaler Wahlkampf mit einem stark beschränkten Budget für Facebookwerbung funktioniert auch nicht. Wer im Online-Wahlkampf bestimmte Themen ausblendet, hat ebenso den schwarzen Peter gezogen. Denn die Konkurrenz hat in diesem Fall die Chance, es weitaus besser zu machen.

Aus diesem Grund möchten wir unsere Kandidaten für alle Eventualitäten wappnen. Wichtig hierbei ist jedoch, dass wir lediglich die Medienverstärker der Kandidaten sind. elsch&fink arbeitet nicht politisch. Unsere Aufgabe ist es, die Ideen der Kandidaten weiterzuentwickeln. Wir beraten bei der Positionierung zu verschiedenen Themen und zur Vehemenz, die der Kandidat an den Tag legen sollte, aber wir legen niemandem die Worte in den Mund.

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Wir freuen uns auf einen weiteren Wahlkampf – vielleicht an Ihrer Seite? Wir betreuen Sie als Kandidat im Wahlkampf. Auch digitales Politmarketing ist für uns kein Hexenwerk. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

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Das Redaktionsplan-Puzzle: Facebook & Co im Wahlkampf

Ein Großteil der Arbeit bestand natürlich in der Konzeption eines Social-Media-Redaktionsplanes sowie der anschließenden Veröffentlichung. Nach der Konzeptphase, in der wir mit dem Kandidaten zusammen die Themen, die Zielgruppenansprache und die jeweiligen Ziele erarbeitet haben, mussten wir einen Redaktionsplan zusammenpuzzlen.

Zu Beginn hat sich das als einfaches Kinderpuzzle mit wenigen Teilen entpuppt: Die Postings waren überschaubar und wir hatten kurz Angst, dass wir es nicht schaffen, dreimal in der Woche einen Post zu verfassen. Wahlstatements aus dem Wahlprogramm veröffentlichen, die Unterseiten der Webseite verlinken – mehr Inhalte gab es vorerst nicht. Natürlich kam alles ganz anders und auf dem Höhepunkt des Wahlkampfs kurz vor der Wahl bzw. Stichwahl wussten wir kaum noch, wohin mit all den Facebook-Posts.

Digitaler Wahlkampf in den sozialen Medien: Der Redaktionsplan

Starke Reichweite durch Facebook Ads im Wahlkampf

Wir haben uns den Redaktionsplan als Wochenübersicht ans Whiteboard gezeichnet und Posting-Texte, Bildideen sowie die Laufzeit der Anzeigen eingetragen. Und dann kam doch wieder einer der vielen Anrufe des Kandidaten und es hieß: Ich besuche morgen eine Kita und schreibe einen Blogartikel dazu, macht ihr mir einen Facebookpost daraus? Und dann wurde wieder wild gewischt, geschoben und überschrieben auf unserem Whiteboard. Der Dank für unsere Mühen waren eine große Reichweite und viele Kommentare, auch aufgrund der Facebook Ads. Kleiner Funfact: Auch sich immer wiederholende Kommentare von Usern, die in Kommentaren bemängeln, dass sie die Anzeige nicht interessiert, haben die Reichweite angekurbelt.

Digitale Themen im Offline-Wahlkampf anders aufarbeiten

Doch nicht nur digital ging es rund. Die Themen, die im digitalen Wahlkampf die Bürger beschäftigt haben, sollten auch offline ins rechte Licht gerückt werden. Der “klassische” Wahlkampf mit Plakaten, Flyern und Wahlstand vor Ort durfte natürlich im Repertoire nicht fehlen. Wir haben Zeitungsannoncen gestaltet, Seniorenbriefe geschrieben, Wählergeschenke für die Haustürbesuche entworfen und sogar ein Auto bedrucken lassen. Doch den digitalen Wahlkampf und den klassischen Wahlkampf einfach parallel nebeneinander zu betreiben, wäre zu einfach gewesen.

Wir haben geschickt Offline- und Online-Wahlkampf verzahnt: Bei Facebook haben wir nicht nur Werbung speziell für einzelne Ortsteile geschaltet mit Themen, die besonders für diese Gebiete relevant waren. Zusätzlich haben wir noch Flyer sowie Briefe entworfen und drucken lassen, die eben genau diese Themen auf Papier bringen: Mit Aspekten von ÖPNV bis zum Kita-Angebot hat unser Kandidat auf diesem Wege noch einmal genau deutlich gemacht, dass ihm alle Ortsteile wichtig sind und was er verbessern möchte. So konnten wir sicherstellen, dass die Botschaft des Kandidaten alle Bürger erreicht.

Fazit: Wohl komponiert ist halb gewonnen

Voller Einsatz beim Fotoshooting für den Wahlkampf

Um abschließend bei unserer Konzert-Metapher zu bleiben: Beim Online-Wahlkampf muss alles aufeinander abgestimmt sein. Es bedarf eines dicken Stapels Papier mit den Noten (in unserem Falle das Wahlprogramm und die Themen des Kandidaten), vieler verschiedener Musiker bzw. Instrumente (die verschiedenen Maßnahmen in unterschiedlichen Medien) sowie jemanden, der das ganze orchestriert – das sind wir, elsch&fink. Der Kandidat liefert die Noten, gemeinsam wird komponiert, wir setzen um und dirigieren. Soweit alles klar?

Dass dahinter viel, viel Arbeit steckt, dürfte nun deutlich geworden sein. Damit alles aufeinander abgestimmt ist und gut klingt, laufen über einen längeren Zeitraum zahlreiche Menschen auf Hochtouren. Und dennoch: Es ist jedes Mal für alle eine helle Freude.

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Über den Autor
Frauke Reimringer

Frauke Reimringer

ist studierte Diplom-Literaturübersetzerin und textet seit 2013 mit Leidenschaft. Seit August 2018 bereichert sie elsch&fink mit Textergüssen - und Kuchen. Ihre Vorliebe dafür, an Sprache herumzuwerkeln und mit Sprache etwas zu bewirken, hat sie in die Welt des Marketings geführt. Sie ist bei elsch&fink für die Bereiche Text, Konzeption und Social Media zuständig.

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