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Was Ihr Unternehmen mithilfe von Memes gewinnen kann

In Content-Marketing von Simone GerhardtHinterlasse uns einen Kommentar

Vermutlich jeder, der sich regelmäßig in den sozialen Medien tummelt, kennt sie. Die meisten von uns wurden schon einmal unter einem verlinkt und viele benutzten sie selbst: Die Rede ist von Memes. Sie sind ein beliebtes Format und aus dem Netz nicht mehr wegzudenken. Häufig sind sie vor allem eines: lustig. Aber funktionieren sie auch im Marketing? Wir geben Ihnen 8 Tipps, worauf Sie beim Einsatz von Memes achten müssen und erklären Ihnen, was Sie verpassen, wenn Sie auf Memes im Marketing verzichten.

Vom Bild zum Meme: Was sind Memes?

Für diejenigen, denen nicht sofort ein Licht aufgeht, wenn sie “Meme” hören: Memes, wie wir sie heute aus dem Netz kennen, meinen Material, das sich rasend schnell dort verbreitet und aus Text, Bild, Link oder Video besteht. Meist werden bekannte und einprägsame Motive mit einem Text versehen, sodass eine neue Bedeutung entsteht. Häufig sind Memes Bilder, auf die ein Text gelegt wurde, sogenannte Bildermakros (engl. image macro) – so wie unser Titelbild von diesem Blogbeitrag. Deshalb ist die Anzahl an Meme-Möglichkeiten gefühlt grenzenlos; über ein und dasselbe Bild kann zum Beispiel immer wieder ein anderer Text gelegt werden.

Dabei nimmt man Bezug auf aktuelle Ereignisse oder Zitate aus Filmen und Serien. Memes parodieren häufig den Alltag, sind ironisch oder bergen überspitzt politische Anspielungen. Bei diesem Content-Format steht eindeutig der Unterhaltungswert im Vordergrund. Gut gemacht funktionieren sie wie ein Insider-Witz, den nur Ihre Community versteht.

Memes im Netz: Ein Kind der 90er

Sind Memes neu? Keinesfalls. Das Internetphänomen gibt es – genau wie eben das Internet – schon eine ganze Weile. Bereits in den 90er-Jahren verbreiteten sich die ersten Memes online, damals noch per E-Mail. Inzwischen gibt es online eine regelrechte Meme-Kultur, die sich im Laufe der Jahre gewandelt und den Gegebenheiten im Internet angepasst hat – und die Sie verstehen sollten, wenn Sie überlegen, selbst Memes (im Marketing) zu nutzen.

Schnell, günstig, witzig – alle lieben Memes

Memes sind für Nutzer schnell zu konsumieren und in den meisten Fällen äußerst unterhaltsam. Sie passen ideal in die schnelllebigen sozialen Medien. Memes funktionieren aber nicht nur auf den sozialen Plattformen wie Facebook oder Twitter, sondern können auch den Corporate Blog beleben oder im Newsletter oder gar E-Mails zum Einsatz kommen. Unternehmen können Memes vergleichsweise kostengünstig und leicht produzieren.

Bei privaten Nutzern sind sie vor allem deshalb beliebt, weil sie der Unterhaltung dienen. Viele Memes funktionieren durch ihren Sarkasmus sowie Witz und es entsteht ein regelrechter Schlagabtausch zwischen Nutzern.

Auch bei Unternehmen sind Memes ein beliebtes Format. Sie erhöhen die Kundenbindung und kurbeln so das Marketing an – wie eigentlich?

Wie helfen Memes meinem Marketing?

Richtig eingesetzt können Unternehmen mithilfe von Memes nicht nur mehr Aufmerksamkeit erzielen, sondern auch deutlich mehr Engagement und Traffic. Durch den Einsatz der meist witzigen, häufig auch selbstironischen Memes wirken Unternehmen nahbar und sympathisch. Memes sorgen dafür, dass sich Nutzer und Kunden sehr schnell mittels Humor mit einer Marke identifizieren können. Ein geschicktes Meme, das wie ein Insider funktioniert, schweißt Ihre Community zusammen.

Memes bieten außerdem die Chance, das eigene Image neu zu vermarkten und Ihre Marketingstrategie frisch auszurichten. Der Einsatz von Memes kann Marken emotional aufladen und durch den hohen Entertainment-Faktor haben sie großes Potenzial, viral zu gehen. Die Voraussetzung dafür: Sie treffen mit dem Meme bei Ihrer Zielgruppe voll ins Schwarze.

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Meme-Marketing: Gold wert oder heikel?

Sollte ich im Rahmen meiner Marketingstrategie also meine Chance nutzen und Memes unbedingt verbreiten? Oder lasse ich als seriöses Unternehmen lieber die Finger davon?

Memes bieten viel Potenzial, Ihr Marketing zu beleben und insbesondere die Beziehung zu Ihren Kunden zu stärken. Sie wirken allerdings nur, wenn die Nutzer sich damit sofort identifizieren. Damit das gelingt, haben wir 8 Tipps für Sie parat, was Sie beim Einsatz von Memes beachten sollten.

1. Kennen Sie das Format. Neben all den Vorteilen der Memes, haben sie – wie jedes andere Content-Format auch – ihre Grenzen. Memes bieten beispielsweise keinen Informationsgehalt und sind tendenziell häufig auf jüngere Zielgruppen ausgerichtet. Das müssen Sie bei der Verwendung berücksichtigen. Das Format folgt außerdem bestimmten Regeln. Nutzer müssen Memes vor allem sofort verstehen, bevor sie diese bejubeln und teilen können. Das gilt auch für Sie. Es gibt zum Beispiel wiederkehrende Bilder und Memes, die immer mit dem gleichen Zitat beginnen. Da viele Memes einen aktuellen Bezug herstellen, sind sie auch schnell wieder veraltet. Haben Sie Trends und Aktuelles im Blick. Ein Beispiel: Unser Titelbild. Unser selbstgebasteltes Meme ist bestimmt auch ohne Hintergrundwissen ganz lustig, basiert aber auf dem bekannten Zitat aus der Serie Stromberg.

2. Prüfen Sie den Ursprung und die Verwendung eines Memes. Wenn Sie fremde Zitate sowie Bilder benutzen oder ein bestehendes Meme teilen, sollten Sie vorher gründlich recherchieren, woher sie stammen. Prüfen sie, wo das Meme herkommt und ob es nicht negativ besetzt ist, wenn zum Beispiel bereits ein Diskurs dazu entstanden ist oder das Meme in problematischen Kontexten verwendet wird. Im Netz kursieren auch scheinbar harmlose Memes, die politisch missbraucht werden, zum Beispiel für rechte Zwecke. Eine gründliche Recherche ist also Pflicht.

3. Wie bei allem, was den Humor betrifft, gilt: Lieber darauf verzichten als krampfhaft witzig sein zu wollen. Bei Ihrem Marketing sollte der Mehrwert für Ihre Kunden im Vordergrund stehen. Auf Humor sollten Sie also verzichten, wenn es auf Kosten der Verständlichkeit oder gar des Mehrwerts geht. Statt auf Teufel komm raus den Nutzern einen müden Lacher abzuringen, kann man sich das Meme lieber sparen. Denn es muss den Nagel auf den Kopf
treffen, damit es wirkt.

Vor allem in schriftlicher Form kann es eine tückische Angelegenheit sein, etwas Witziges auch witzig zu transportieren und dabei niemandem auf die Füße zu treten. Denken Sie als Unternehmen also gründlich über Ihr humoristisches Meme nach, lieber dreimal als einmal.

4. Sich ab und zu selbst auf die Schippe zu nehmen kann Ihnen Sympathiepunkte verschaffen, sollte aber keinesfalls überhandnehmen. Schließlich möchten Sie als Unternehmen auch noch ernst genommen werden, oder? Es ist ein schmaler Grat zwischen zu viel und zu wenig. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Content zu Ihrem Unternehmen passt, auch die Memes. Bevor Sie also ein Meme ins Netz schießen, fragen Sie sich: Passt das zu mir und meiner Marke? Zu meinen Unternehmenswerten? Schlagfertig und lustig sein kann und darf selbstverständlich auch die seriöse Bank, sie sollte aber lieber gründlich darüber nachdenken. Wecke ich Vertrauen und Seriosität oder säge ich gerade an meinem Image, um auf der Trendwelle Meme mitzuschwimmen?

5. Nächste entscheidende Frage für Sie als Unternehmen: Welche Zielgruppe möchte ich erreichen? Memes funktionieren online und vor allem in den sozialen Medien. Nur wenn sich Ihre Zielgruppe dort aufhält und etwas jünger ist, das Format also kennt und das Meme versteht, macht das Ganze Sinn. Nicht nur Sie müssen auf Zack sein, um mit Ihrem Meme ins Schwarze zu treffen, Ihre Zielgruppe auch. Wie bei jeder Art von Content gilt, je besser Sie Ihre Zielgruppe kennen, desto genauer können Sie Ihre Inhalte zuschneiden und desto eher erreichen Sie die Nutzer. Ihre Nutzer möchten sich von Ihnen unterhalten und verstanden fühlen.

6. Binden Sie Memes fest in Ihre Strategie ein. Wahllos ein Meme in den Orbit zu schießen wird Ihnen nicht viel bringen. Gehen Sie Meme-Marketing wie jede Art des Marketings an – strategisch. Betten Sie es sinnvoll in Ihr Content-Marketing ein.

7. Übertreiben Sie es nicht. Setzen Sie Memes mit Bedacht ein, achten Sie auf das Timing und ein wenig Fingerspitzengefühl. Ein überraschendes Meme? Bäm! Eine zugepflasterte Facebook-Chronik? Nichts wie weg! Memes sollten nur zum Einsatz kommen, wenn sie hundertprozentig passen und etwas besonderes sind, sprich: witzig oder überraschend. Das Format ist keinesfalls brandneu und das Netz ist bereits voll davon. Wohl dosiert erzielen sie einen positiven Effekt.

8. Wenn Sie kein eigenes Meme kreieren, sondern sich an der breiten Auswahl, die bereits im Netz existiert, bedienen, müssen Sie natürlich die Quelle angeben. Ein Meme ist aber schnell selbst erstellt und bietet so den Vorteil, dass Sie es als Unternehmen branden können.

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Die Konkurrenz schläft nicht – sondern witzelt schon fleißig

Jetzt wissen Sie, worauf Sie beim Einsatz von Memes achten müssen. Holen wir uns ein bisschen Inspiration bei drei großen Unternehmen, die Memes bereits erfolgreich und ganz unterschiedlich in ihrem Social-Media-Marketing einsetzen.

Ein Unternehmen, das wohlmöglich vielen einfällt, wenn sie an Meme-Marketing denken, ist Sixt. Von Angela Merkel über Andrea Nahles bis Alexander Gauland – Sixt zieht mit seiner Onlinewerbung immer wieder Politiker durch den Kakao. Auf die Spitze getrieben und gespickt mit politischen Anspielungen funktionieren die Memes in den sozialen Medien hervorragend. Mit seinen Memes zeigt Sixt, dass es sehr schnell auf aktuelle Ereignisse reagiert und humoristisch für sich zu nutzen weiß. Auch mithilfe von Memes, welche die Konkurrenz auf die Schippe nehmen, sorgt das Unternehmen für reichlich Interaktion und Reichweite bei Facebook.

Die Community rückt enger zusammen

Auch PiCK UP! vom Hersteller Bahlsen setzt Memes geschickt bei Facebook ein, um die Nutzer durch Humor auf seine Seite zu ziehen. Das Unternehmen wählt dabei einen völlig anderen Ansatz. Statt politischer Anspielungen findet man hier vermehrt Produktbilder vor knallgelben Hintergrund mit witzigen Wortspielen oder Anspielungen auf bekannte Alltagssituationen. Auch hier wird darauf gesetzt, dass die Nutzer sich in der beschriebenen Situation wiederfinden können und mittels Humor stark mit der Marke identifizieren. An die Konkurrenz werden durch die Memes ebenfalls kleine Spitzen verteilt.

Wie stark Memes an das Zugehörigkeitsgefühl einer Community appellieren können, zeigt das Meme-Marketing von Musikhaus Thomann. Das Musikhaus spielt bewusst damit, die Musiker als Community anzusprechen und diejenigen ein Stück weit auszugrenzen, die nicht dazugehören, um die Bindung der Community noch zu erhöhen.

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, wie Unternehmen mithilfe von Memes online geschickt die Aufmerksamkeit erhöhen und die Bindung der Nutzer mit der Marke enger knüpfen.

Fazit: Wohl dosiert im Marketing-Mix für die beste Wirkung

Memes im Marketing sind mit Bedacht zu wählen, aber ein spannendes Format, das Ihr Content-Marketing beleben und vor allem die Kundenbindung stärken kann. Wenn Sie sich als Unternehmen für den Einsatz von Memes entscheiden, sollten Sie diese sorgfältig auswählen und recherchieren. Sie sollten die Meme-Kultur im Netz verstehen und sicherstellen, dass auch Ihre Zielgruppe sie versteht. Betten Sie das Meme-Marketing strategisch in Ihren Marketingmix ein und nutzen Sie Humor als stark bindendes Element zwischen Ihnen und Ihrer Community – das schweißt zusammen.

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Über den Autor
Simone Gerhardt

Simone Gerhardt

hat ihren Master der digitalen Medienkommunikation an der RWTH Aachen absolviert, um im Anschluss für elsch&fink im Bereich Text, Konzeption und Social Media tätig zu werden. Die Vorliebe für sprachliche Feinheiten und den digitalen Wahnsinn begeistern sie für ihre Arbeit im Onlinemarketing.

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