WordPress?! Das ist doch nur für Blogger.

Vorurteile entstehen durch verschiedene Ursachen. Sei es aufgrund von Ablehnung unbekannter, fremdartiger Dinge oder durch Prägung des Freundeskreises, der Medien etc.

Kleines Beispiel gefällig? Noch vor kurzer Zeit haftete Instagram das Vorurteil an, es sei nur eine Plattform für Hipster und Teenies, die dort Fotos ihrer Mahlzeiten ablichten – #foodporn. Jeder, der sich ein bisschen mit Instagram auseinandergesetzt hat, weiß allerdings, dass das so natürlich nicht stimmt und sich hinter dem Online-Dienst ein eigenes Foto-Universum verbirgt. Woher stammt also das Vorurteil? Womöglich aus einseitiger, geringer Beobachtung- und Betrachtungsweise, gepaart mit einer Verweigerung, sich näher mit der Materie auseinanderzusetzen.

Dieses Beispiel lässt sich auf unzählige Vorurteilssituationen übertragen, die uns im Alltag häufig begegnen. Das bedauerliche an Vorurteilen ist, dass sie viel zu oft unrealistisch sind und ein negatives, unfaires Bild vermitteln. So ergeht es auch der weltweit bekannten und beliebten Webanwendung WordPress. Nach wie vor kursieren – on- und offline – Mythen und Vorurteile, mit denen ein für alle mal aufgeräumt werden soll.

Wir haben uns die gängigsten Klischees vorgenommen und erklären, was Unsinn ist und was der Wahrheit entspricht.

Bevor wir die Liste der Vorurteile aufrollen, hier eine schnelle Erklärung, worin eigentlich der Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org liegt.

WordPress.com ist der beste Einstieg für Beginner, die erstmalig eine Website ins Leben rufen möchten. Die Nutzung ist denkbar einfach: Registrieren, Wunschdomain wählen (Bsp. MeerjungfrauenSindReal.wordpress.com) und sich für ein Theme (Seitendesign) entscheiden – schon kann es mit der Realisierung der eigenen, kostenlosen Webseite  losgehen, indem man die Seite mit Inhalten füllt.

Bei WordPress.org sieht die Sache so aus:

Man lädt eine kostenfreie WordPress-Version herunter und anschließend auf einem Server hoch. Bei einem Hoster muss dann der nötige Webspace und eine Datenbank gemietet werden (Bsp. All-ink.com, Domainfactory oder Mittwald). Je mehr Speicherplatz benötigt wird und je schneller der Server arbeiten soll, umso mehr geht die Sache ins Geld. Logisch. Sind diese Dinge aber erledigt, kann man seine WordPress-Seite mit Plug-ins und Inhalten füllen.

Hier liegt der eindeutige Vorteil gegenüber WordPress.com: Die Webseite kann ganz individuell aufgebaut und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden – das verlangt aber auch ein gewisses Know-How.

Vorurteile gegen WordPress.

Und nun geht es ans Vorurteil-Eingemachte:

 

1. WordPress ist eine Blogger-Plattform

Tatsächlich ist WordPress als Plattform für Blogger entstanden. Die Idee dahinter war, dass eine Weblog-Software geschaffen werden sollte, die einfach in der Anwendung und dazu noch flexibel sein soll. War es einmal als reine Blogger-Software gedacht, ist es heute den Bloggerschühchen endgültig entwachsen. Mit nahezu 60% (Quelle: http://w3techs.com/) des Marktanteiles an CMS-Programmen gehört WordPress eindeutig zu den Topplayern. Dass es sich bei den Nutzern nicht nur um Blogger handelt, dürfte klar sein.

 

2. WordPress ist kein richtiges CMS

Mittlerweile ist es durchaus ein richtiges CMS (Content Management System). Es gibt tausende, komplexe Beispiel-Webseiten, die definitiv kein Blog sind. Auch weltweit bekannte Unternehmen und Marken setzen bei ihrer Webpräsenz auf WordPress. Zu den bekanntesten zählen beispielsweise die amerikanische Vogue, die New York Times oder BBC America.

Aber um die Ehre des Blogs zu retten, muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass fast alle großen Konzerne die Vorteile des Bloggens für sich entdeckt haben. Ford, Pepsi, Ritter Sport, Tchibo – alle bedienen sich eines WordPress-Blogs um ihre Kunden mit Informationen und Neuigkeiten zu versorgen.

 

3. WordPress ist nicht skalierbar

Wenn die Webseite plötzlich von Besucherströmen überrascht wird, geraten manche in Panik und denken: Hält meine WordPress-Seite dem stand?

Keine Sorge! Diese Horror-Vorstellung, die Seite bricht unter zu viel Traffic zusammen, entspringt wohl dem alten Bild der zart besaiteten Blogger-Plattform.

WordPress hielte auch dann Stand, wenn eure Seite zur tollsten Website ever gekürt werden würde.

Tritt dennoch ein Zusammenbruch ein, lässt sich dieser eher auf den Web-Hoster zurückführen.

Wordpress gilt als unsicher.

4. WordPress ist unsicher

Gefahren und Hackerangriffe lauern im Web immer und überall. Da bleibt auch WordPress nicht von verschont – großer Bekanntheitsgrad zieht leider oftmals böse Menschen an. Aber die Entwickler geben sich unermüdlich Mühe, die Sicherheitslücken kontinuierlich zu schließen.

Als Nutzer sollte man daher neue Updates regelmäßig wahrnehmen und durchführen.

Eine viel größere Gefahr, als vom CMS selbst, geht von den vielen Plug-ins aus.

Viele dieser Erweiterungen werden nicht unbedingt von Profis entwickelt und erfahren keine regelmäßige Kontrolle. Hier kann es schnell zu Mängeln in puncto Sicherheit kommen.

 

5. WordPress ist kostenlos

Das stimmt!

Wie schon zu Beginn dieses Artikels erklärt, sind sowohl die Registrierung auf WordPress.com als auch das Herunterladen der WordPress-Software unter WordPress.org kostenfrei.

Können dennoch Kosten auf einen zukommen? Das ist durchaus möglich.

WordPress.com:

–     Basis-Paket: kostenlos. Ein Leben lang. Geboten werden eine Domain mit WordPress.com-Endung und allgemeine Anpassungsmöglichkeiten. Verschmerzen muss man dafür die Abwesenheit von Premium-Themes,  eCommerce und Videoablage. Das Volumen des Webspaces betrifft drei Gigabyte. Support gibt es nur durch die Community.

–     Premium-Paket: 99 Dollar pro Jahr. Man bekommt eine Wunschdomain (ohne wordpress.com-Endung), erweiterte Anpassungsmöglichkeiten, 13 Gigabite Webspace, keine Werbung auf der eigenen Seite und einen E-Mail Support.

–     Business-Paket: für 299 Dollar pro Jahr kann man sich über eine Wunschdomain, erweiterte Anpassungsmöglichkeiten und über fünfzig Premium-Themes freuen. Hinzu kommt die Möglichkeit des eCommerce, unbegrenzte Videoablage, unbegrenzter Webspace, keine Werbung auf der eigenen Seite und die Betreuung durch einen Live-Chat-Support.

WordPress.org:

–    Das Webhosting – für Domain und Datenbank – kostet, je nach gewünschtem Speichervolumen, mal mehr mal weniger. Die Investition sollte aber nicht zu knapp ausfallen. Verführerisch niedrige Angebote bergen die Gefahr, dass viele Kunden auf einen Server gelegt werden – dies kann den Page Speed der eigenen Website deutlich abbremsen!

–     Viele Plug-ins sind freeware, aber nicht alle!

–     Es können Kosten für das Design anfallen, da es neben gebührenfreien auch kostenpflichtige Themes gibt.

 

6. WordPress verfügt über keinen Support

Auch hier muss man differenzieren. Wer WordPress.com-Nutzer ist, erhält persönlichen Support, sofern er über ein Premium- oder Business-Paket verfügt. Bei der Basis-Version muss man auf das WordPress.com Forum zurückgreifen. Soll heißen: Andere WordPress-Nutzer stehen euch Rede und Antwort.

WordPress.org verfügt ebenfalls über ein Forum, in dem andere Nutzer bei Fragen und Ratlosigkeit für euch da sind – andere Nutzer verfügen, durch jahrelangen Umgang mit WordPress, über einen Erfahrungsschatz, den man nicht unterschätzen sollte!

Übrigens könnt ihr auch den sogenannten WordPress Codex zu Rate ziehen – ein immenses Handbuch, das sich rund um die Nutzung von WordPress dreht.

Wordpress gilt als kompliziert.

7. WordPress-Plug-ins sind knifflig

Bei WordPress.org ist das Angebot an praktischen, tollen und interessanten Plug-ins gigantisch – und jeden Tag kommen Neue hinzu!

Ihr solltet aber tunlichst den Fehler vermeiden, blindlinks Plug-in über Plug-in zu installieren. Es kann vorkommen, dass manche nicht einwandfrei funktionieren oder sogar bösartig sind. Daher immer mit Bedacht wählen. Die qualitativ hochwertigen Erweiterungen sind garantiert nicht knifflig zu handhaben. Im Zweifelsfall ist es besser, ein paar Euro zu investieren und dafür solide Plug-ins zu bekommen.

 

8. WordPress-Seiten zu organisieren ist kompliziert

Jede Webseite bedarf ständiger Kontrolle und Pflege – hier kann man WordPress-Seiten nicht den schwarzen Peter untermogeln. Welche verschiedenen Aspekte für eine gut gepflegte Webpräsenz berücksichtigt werden müssen, haben wir in einem eigenen Blogartikel zusammengefasst.

Natürlich ist ein gewisses Verständnis Voraussetzung, wenn eure Seite in Schuss bleiben soll. Ein nützliches Plug-in, dass euch bei dieser Manageraufgabe gut unterstützt und alle Installationen im Blick hat, ist ManageWP.

 

9. WordPress kann kein Responsive-Design

Wenn dem so wäre, dann würde keine einzige WordPress-Seite auf eurem Smartphone mobilfreundlich angezeigt werden. Dem ist natürlich nicht so.

Unter der großen Anzahl an Themes – sowohl bei WordPress.com als auch bei WordPress.org – finden sich genügend, die responsive sind.

So müsst ihr euch keine Sorgen um die korrekte Darstellung der Seite auf mobilen Endgeräten machen. Ob Smartphone, Tablet oder Desktop-Monitor – das Design eurer Seite passt sich immer optimal an.

 

10. WordPress-Seiten sind langsam

In der heutigen Zeit sind Nutzer die Ungeduld in Person. Langsame Webseiten werden fluchtartig verlassen. Ist unter diesen Seite eine die auf WordPress setzt, liegt es aber nicht am CMS als solchem.

Hier wäre die Frage interessant, wie ein CMS eigentlich funktioniert?

 

Ein kleiner CMS-Exkurs:

Content-Management-Systeme arbeiten alle nach einem gleichen Prinzip. Inhalte und Technik sind dabei von einander getrennt. Alle vorhandenen Datensätze werden in einer Datenbank gesammelt, wo sie sich frei kombinieren lassen. Durch Verbindung mit einer beliebigen Musterseite bekommt der Inhalt eine passende Optik. Vor der endgültigen Publikation durchläuft dieser dann noch verschiedene Freigabe-Instanzen.

Unterschieden werden muss zwischen dynamischen und statischen Webseiten. Während statische Seiten – wie der Name schon sagt – feststehende, vorgelegte Inhalte umfassen, setzen sich bei der dynamischen Variante die Inhalte erst beim Nutzer-Abruf aus einer Datenbank zusammen. Hier liegt der Vorteil, dass überarbeitete Inhalte nicht immer wieder neu publiziert werden müssen und Aktualisierungen automatisch auf allen Seiten verknüpft werden.

Wenn es also zu trägem Aufbau und langen Ladezeiten kommt, dann kann dies beispielsweise am Web-Hoster liegen oder an schlecht programmierten Plug-ins. Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es eben selten an der Badehose.

Übrigens: Hier haben wir uns schon mal damit beschäftigt, was die verschiedenen CMS am Markt eigentlich unterscheidet und welches am einsteigerfreundlichsten ist!

Wordpress kann E-Commerce!

11. WordPress ist für eCommerce ungeeignet

Früher undenkbar, heute schon mehrfach realisiert: Wir bauen uns einen Online-Shop – mit WordPress.org.

Bedingt durch die hohe Nachfrage an eCommerce-Plug-ins, ist es mittlerweile durchaus möglich mit WordPress einen Online-Shop aufzubauen. Dank Erweiterungen wie WooCommerce , WP E-Commerce ist es tatsächlich eine ganz einfache Angelegenheit, aus einer normalen WordPress-Seite in einen Shop zu zaubern. Aber Vorsicht! Nicht alle dieser eCommerce Plug-ins sind für den deutschen Markt vorbereitet. Soll heißen: Man muss sich wohl oder übel selbst um die rechtlichen Bestimmungen kümmern. WooCommerce hat sich um dieses Problem gekümmert und ein zusätzliches Plug-in entwickelt. Durch Installation von WooCommerce German seid ihr zuküftig auf der rechtlich sicheren Seite.

WordPress.com verfügt nur im Business-Paket über die Möglichkeit des eCommerce.

Ihr seht, WordPress ist eine feine Sache und die meisten Vorurteile sind wahrscheinlich schlicht und einfach aus Mangel an Kenntnissen entstanden.

Für Beginner und Einsteiger eignet sich WordPress.com  – in der Basis-Version – besonders gut.

Habt ihr bereits mehr Erfahrungen und nehmt Dinge gerne selbst in die Hand, dann werdet ihr mit WordPress.org eine Menge Spaß haben.

So oder so steht eurem persönlichen Webauftritt nichts im Wege. Es gibt jedenfalls keinen ersichtlichen Grund, sich WordPress nicht anzunähern. Je mehr man sich mit der Materie vertraut macht, desto mehr versteht man – hinter Instagram verbirgt sich schließlich auch mehr als ein fotografierter Teller Pommes.

 

Bildquelle: pixabay.com (unter CC0)
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Über den Autor

Jana Viefhues
Junior Account Managerin - mit Herzblut.

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